Politik

KESB hat letztes Jahr bei Kindern öfter interveniert

Fehlende Therapieplätze, geschlossene Kitas und kranke Grosseltern: Deshalb haben die Kindesschutzmassnahmen 2021 zugenommen.

KESB hat letztes Jahr bei Kindern öfter interveniert

Die Corona-Krise zeigt auch Auswirkungen im Kindesschutz: Laut den neusten KESB-Zahlen haben die Massnahmen dort leicht zugenommen; Beispiele sind die Errichtung einer Beistandschaft oder die Weisung an Eltern, an einer Mediation teilzunehmen. 

Im Kanton wurden letztes Jahr rund 2064 solche oder ähnliche Massnahmen angeordnet und 1746 aufgehoben. Der Bestand steigt somit um 4,1 Prozent und liegt deutlich über dem Bevölkerungswachstum dieser Gruppe von 1,1 Prozent.

Fehlende Grosseltern und Unterricht zu Hause

Die KESB-Präsidien führen den Anstieg primär auf die Pandemie zurück. Einerseits seien einige Unterstützungsangebote weggefallen oder überlastet gewesen, heisst es in der Mitteilung. So seien teilweise die Plätze für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Kliniken und bei ambulanten Therapeuten rar sowie Kitas und Horte geschlossen gewesen. Aufgrund der Covid-Restriktionen oder wegen Isolation und Erkrankungen hätten zudem weniger Grosseltern und andere Verwandte einspringen können.

«Andererseits haben sich vor allem ab Herbst 2020 die Meldungen im Kindesschutz gehäuft, weil das Unterrichten zu Hause die Familiensysteme, aber auch die Jugendlichen belastete», so die KESB.

Erwachsene weniger betroffen

Bei den Erwachsenen sind die Zahlen mit einem Massnahmenanstieg von 1,2 Prozent in Anbetracht des Bevölkerungswachstums derweil relativ stabil geblieben. Beispiele hier sind die Errichtung einer Beistandschaft und die Validierung eines Vorsorgeauftrags.

Im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung besteht für 2,9 Prozent der Minderjährigen und für 1,1 Prozent der Erwachsenen eine Massnahme. Erstere Zahl variiert laut Mitteilung seit Jahren im Zehntelprozentbereich, letztere ist seit 2017 unverändert. (tac)

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