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Politik

Ein Fest grösster Ernüchterung

Pfarrerin Christiane Siems macht sich ihren Festtagsworten Gedanken darüber, welche Bedeutung das Pfingstfest in der heutigen Zeit hat und in welchem Kontext es zu seinen alttestamentlichen Wurzeln steht.

Pfingsten ist ein Fest grösster Ernüchterung! – «Wie bitte!?», mögen jetzt vielleicht einige von Ihnen denken.

Ist nicht das Pfingstfest mit seiner Erzählung von der Ausgiessung des Heiligen Geistes ein fröhliches Fest? Ja, das stimmt. Und dennoch bleibe ich bei meiner Aussage: Pfingsten ist ein Fest grösster Ernüchterung!

Und zwar in Bezug auf die menschliche Hybris, also den menschlichen Grössenwahn. Die Menschheit denkt: «Wir haben alles im Griff.» Pfingsten macht dagegen deutlich: «Nein, im Griff haben wir nur sehr wenig.»

Um das zu verdeutlichen, möchte ich das neutestamentliche Pfingstfest einmal in den Kontext seiner jüdischen Tradition beziehungsweise alttestamentlicher Wurzeln stellen.

Eine erste Verbindung ist mit der Erzählung vom Turmbau zu Babel gegeben. In 1. Mose 11 wird berichtet, dass die Menschen so sein wollten wie Gott. Als Zeichen dafür bauten sie einen hohen Turm, der bis in den Himmel reichte.

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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