Gegner kämpfen trotz Beschluss des Kantons weiter gegen ein «neues Loch»
Andreas Dintheer, Sie setzen sich mit der IG «Kiesgrube Nein» seit Jahren gegen die geplante Kiesgrube in Tagelswangen ein. Jetzt hat die kantonale Baudirektion vor wenigen Tagen den Gestaltungsplan festgesetzt. Ihre erste Reaktion?
Andreas Dintheer: Ich war selber bei der Medienkonferenz der Baudirektion nicht vor Ort. Allerdings habe ich mich über den Ton der darauffolgenden Medienmitteilung geärgert
Baudirektion setzt Kiesgrube Tagelswangen fest
06.05.2022

Über 100 Einwendungen
Die Baudirektion hat den Gestaltungsplan «Kiesgrube Tagelswangen» abgesegnet. Beitrag in Merkliste speichern Warum?
Sie ist aus Sicht der IG zu schönfärberisch und lässt die Gesamtheit ausser Sicht. Die Kiesgrube wird jetzt plötzlich mit den sich ergebenden Synergien aus dem Gigaprojekt Brüttenertunnel als «grünes Projekt» dargestellt. Und wir werden als Schwarzer Peter dargestellt, weil ein Einspruch ebendiese Synergien verhindern würde. Aber so stehen den angeblich eingesparten 250’000 LKW-Fahrten immer noch verbleibende 1’750’000 LKW-Fahrten gegenüber. Das heisst, mit der eleganten Verbindung Kiesgrube – Ausbruchmaterial – Kies für den Ausbau des Tunnels kann nur ein kleiner Teil der gigantischen Immissionen über 26 Jahre in Tagelswangen, Baltenswil und Volketswil vermieden werden.
Wird die IG Rekurs gegen den Gestaltungsplan erheben?
Aller Wahrscheinlichkeit nach ja. Wir hatten jedoch noch keine Zeit, das rund 500 Seiten umfassende Dokument eingehend zu prüfen. Das ist ja schon ein kleines Buch. Unsere Anwältin wird sich jetzt während der Auflage mit dem Gestaltungsplan befassen.
Aber wäre mit einer Einsprache die IG nicht ein streitsüchtiger Spielverderber?
Wir wollen nicht streiten um des Streits willen. Es geht uns darum, das Projekt im Gesamten zu überprüfen und die Frage zu stellen, ob es wirklich heute richtig ist, an dieser Stelle ein neues Loch aufzureissen.
Gemäss Baudirektion wurde auf einige Forderungen, wie Lärmmonitoring oder Lärmschutz, eingegangen und der Gestaltungsplan überarbeitet. Reicht das nicht?
Die Themen LKW-Verkehr, Lärm, Dreck, Staub, Erschütterung, Gefährdung des Grundwassers und Entwertung unserer Liegenschaften verschwinden nicht durch die Verknüpfung mit dem Brüttenertunnel. Andererseits könnte der Schwerverkehr durch die Dörfer auf null reduziert werden, wenn beim Astra ein Autobahnanschluss beantragt und bewilligt würde.
