Verdreckte Möbel, durchnässte Holzbretter, verschmierte Weinflaschen – all das türmt sich auf dem Vorplatz eines Einfamilienhauses in Zell. Ein junger Mann ist gerade dabei, Schuhe aus dem Haus zu tragen. Aus allen rinnt Wasser, alle sind voller Schlamm – sie haben, wie viel anderes, das Unwetter in Zell von Ende letzter Woche nicht überlebt.
In der Nacht von Donnerstag auf Freitag wurde die Gemeinde von starken Regenfällen heimgesucht. Der Zellerbach trat an mehreren Stellen über die Ufer, die Strassen verwandelte sich in einen reissenden Fluss. Mehrere Garagen und Keller wurden geflutet, Öl-Heizungen kippten um und liefen aus. Das Wasser, der Schlamm und ausgelaufenes Öl beschädigten eingelagertes Material – Fotoalben, Jöggeli-Kasten und Kleider fielen dem Unwetter zum Opfer.
Die Sonne drückt am Montagmorgen danach je länger je mehr durch die Wolkendecke. Sie vermittelt ein vermeintlich wohliges Gefühl, während die Zellerinnen und Zeller ihr Hab und Gut schweren Herzens aus den Kellern in Mulden räumen, ihre Garagen trocknen und sich mit Versicherungsberatern kurzschliessen. Dennoch lassen sie sich nicht unterkriegen, wie ein Besuch vor Ort zeigt.
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