Walter «Walti» Abächerli (70), pensionierter Elektroniker aus Hinwil, und sein Kumpel Markus Knüsel (67) aus Nänikon, wollten das Abenteuer Nordenskiöldsloppet schon im Winter 2020 mit ihren dünnen Langlauflatten bestreiten. Doch Corona machte den beiden topfitten Rentnern einen Strich durch die Rechnung.
Nordenskiöldsloppet ist das verrückteste und längste Langlaufrennen der Welt. 220 Kilometer im klassischen Stil – und das an einem einzigen Tag. 220 Kilometer, das sind fünf Engadiner Ski-Marathons à 42 Kilometer, plus danach noch 10 Kilometer Auslaufen.
Fünffacher Marathon plus Zusatzschlaufe
Namensgeber des 220-Kilometer-Wahnsinns ist der Seefahrer Adolf Erik Freiherr von Nordenskiöld (1832 – 1901). Der Nordländer durchquerte 1878/79 als erster Mensch mit einem Schiff die Nordostpassage, die Strecke von Nordeuropa bis an die Beringstrasse, der Grenze zwischen China und dem US-Bundesstaat Alaska.
«Wir wollten zu zweit das Verrückteste machen, das es im Moment gibt», sagt Abächerli daheim am Stubentisch in Hinwil. Die spontane Idee zum fünffachen Marathon plus Zusatzschlaufe hatten die beiden einst beim Vasa-Nachtlauf, einem Klassiker über 90 Kilometer. Abächerli: «Der Vasa-Nachtlauf ist ein wunderbares Erlebnis mit Mond und Sternen.»

