Gibt man bei der Job-Suchmaschine «Jooble» die Stichworte «Koch» und «Kanton Zürich» ein, spuckt die Online-Plattform gleich 740 Stelleninserate aus. Gleichzeitig finden Job-Suchende bei dieser Suchmaschine auch 103 Angebote für Service-Fachangestellte. Das «Regio» hörte sich bei Gastro-Betreibern in der Region um. Fazit: Die Gastro-Branche leidet an Personalmangel. Und alle sind sich einig: Schuld ist vor allem Corona.
Unattraktive Arbeitszeiten
Anita Walker betreibt mit ihrem Mann Hubert die Alpwirtschaft Tierhag oberhalb Steg auf 1140 Metern über Meer, gleich unterhalb des Schnebelhorns, der mit 1292 m.ü.M. höchsten Erhebung im Kanton. Die Walkers suchen seit Monaten Service-Personal. «Hoffnungslos!», sagt Anita Walker. «Wir hatten immer wenig Personal. Aber Corona hat das jetzt sicher noch verschärft.» Die Leute hätten wohl festgestellt, dass es schönere Arbeitszeiten gibt als die im Gastgewerbe. «Und solange die Gäste das wenige Personal noch beschimpfen, es sei zu langsam, wird es auch nicht besser. Von der Hulftegg bis zum Chrüzegg geht es allen gleich.»
Auch das Restaurant Berg in Ghöch oberhalb Bäretswil und Fischenthal bräuchte seit längerer Zeit mehr Service-Fachangestellte. Gastgeber Josip sagt: «Momentan finden wir einfach kein Personal. Das hat sicher viel mit Corona zu tun.» Das Restaurant Landenberg in Turbenthal hat ein Inserat für eine Service-Angestellte aufgesetzt.
Das Restaurant Vorderer Pfannenstiel sucht derweil einen Koch oder eine Köchin. Seit zwei, drei Monaten, wie Markus Raschle sagt. Der stellvertretende Geschäftsführer meint: «Das ist sicher auch die Folge der Pandemie. Viele Leute sind abgesprungen.»

