Jetzt äussert sich der Gründer der IG Schönau zum Rekurs der SP
Seit nunmehr 30 Jahren hat Roland Leu sein Büro in der Schönau. Der diplomierte Architekt und Architekturlehrer ist bestens vertraut mit dem Areal der ehemaligen Spinnerei in Wetzikon, das seit einigen Jahren in Besitz der Hiag AG ist.
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Die Arealentwicklungsfirma ist seit 2012 bestrebt, auf dem Gelände zu bauen. Deshalb gründete Leu die IG Schönau und verfasste im selben Jahr eine Initiative zum Gestaltungsplan auf der Schönau, um die Baupläne der Hiag zu bekämpfen. 2013 wurde die Initiative an der Gemeindeversammlung angenommen.
Rekurs gegen Stadtratsbeschluss
Nach unzähligem Hin und Her und juristischem Hickhack kam es 2018 zur öffentlichen Auflage des Gestaltungsplans. Nach mehrmaliger Überarbeitung fasste der Stadtrat nun im März den Beschluss, den Plan ins Parlament zu schicken.
Dagegen legten Exponenten der SP Wetzikon Rekurs beim Bezirksrat ein – um sich «für eine massvolle bauliche Entwicklung, die Erhaltung des naturnahen Grünraums und die integrale Erhaltung des denkmalwürdigen Ensembles» einzusetzen .
Unverständnis für Entscheid
«Damals hat sich keine Partei für die IG Schönau eingesetzt», sagt Leu heute, der den Entscheid der Arbeitsgruppe Planung und Umwelt der SP Wetzikon nicht verstehen kann.
Er erklärt, dass der Stadtrat den Gestaltungsplan nach 2018 gemeinsam mit der IG bearbeitete und dass er selber in den Prozess miteinbezogen wurde. Die Mitglieder der IG Schönau seien fortwährend informiert worden.
«Keine politische Partei ist je für die IG Schönau und ihre Grundidee eingetreten»
Roland Leu, diplomierter Architekt
«Keine politische Partei ist je für die IG Schönau und ihre Grundidee eingetreten», hält Leu fest. «Es ist neu zu behaupten, viele hätten damals die Einhaltung der demokratischen Regeln eingefordert und sich für eine massvolle bauliche Veränderung eingesetzt», kritisiert er die Planungsgruppe der SP.
Keine Partei habe auch nach 2018 die IG unterstützt, die Initiative für den Gestaltungsplan näher an die realen Bedingungen heranzuführen.
Verhindern einer Lösung
Leu hält fest: «Der nun vorliegende Gestaltungsplan aus dem Jahr 2022 respektiert die Forderungen der IG Schönau.» Er zeige sehr positiv, wie die Ziele der Initiative «mit den berechtigten Interessen der Grundeigentümer verbunden und Bauten im beschränktem Masse realisiert werden können».
Und er sagt in aller Deutlichkeit: «Wer diese Entwicklung der Geschichte nicht kennt oder diese bewusst missachtet, der verhindert eine gute Gestaltungsplan-Lösung und will sich allenfalls nur politisch profilieren.»
