Andernorts mag es zur Kultur gehören, hierzulande hat es dagegen immer noch etwas Anrüchiges, wenn Leute sich selbst beklatschen. Dennoch zog der Stadthaussaal voll mit, als der Parlamentspräsident Kilian Meier nach der Schlussabstimmung zur Gesamtrevision der neuen Bau- und Zonenordnung einen kollektiven Applaus einforderte.
Die Ovation war freilich weniger als Anerkennung der eigenen Leistung, denn vielmehr als Ausdruck einer grossen Erleichterung zu verstehen: An diesem Donnerstagabend um 22:30 Uhr wurde endlich, mit vier Jahren Verspätung, das Projekt verabschiedet, das die Stadtpolitik von Illnau-Effretikon seit 2015 über alle möglichen Instanzen beschäftigt hatte.
Ein Werk für Jahrzehnte
Mit dementsprechend viel Pathos war die Debatte von Beginn aufgeladen. Parlamentspräsident Meier (Mitte) sprach von «gemeindepolitischer Champions League» und dem «wichtigsten Geschäft der Legislatur». Der GPK-Präsident David Gavin (SP) sagte: «Mit der BZO legen wir die Entwicklung unserer Stadt für die nächsten Jahrzehnte fest.»
Es verwundert insofern nicht, dass sich alle Rednerinnen und Redner in ihren Voten gemüssigt sahen, Kompromissbereitschaft zu geloben – und zwar wider aller ideeller Differenzen. GPK-Präsident Gavin fasste die Ausgangslage wie folgt zusammen: «Wir stehen am Ende eines langen basisdemokratischen Prozesses, bei dem alle mitreden konnten. Das Ergebnis darf nicht durch Festhalten an Partikularinteressen gefährdet werden.»

