Der SVP-Fraktionschef setzt jetzt auf die Karte Kantonsrat
Seit 2011 vertritt René Truninger die SVP im Stadtparlament von Illnau-Effretikon, seit acht Jahren präsidiert er deren Fraktion. In diesem Frühjahr hat er nun den grossen Sprung gewagt und sich zusätzlich zum Parlament auch noch für den Stadtrat und das Stadtpräsidium aufstellen lassen.
Mit seinen Kandidaturen für die Exekutive ist der Unternehmer klar gescheitert, als einziger der zehn etablierten Kandidaten hat er das absolute Mehr verpasst. Die Wahl ins Stadtparlament ist ihm indessen sicher gelungen, mit 1849 Stimmen erzielte Truninger das drittbeste Resultat seiner Partei.
Dennoch hat sich Truninger nun entschlossen, in der kommenden Legislatur auf seinen Sitz zu verzichten. Für ihn rückt der 26-Jährige Luc Jacquat nach, der bei der Wahl 923 Stimmen auf sich vereinen konnte.
Chance für neue Gesichter
Was auf den ersten Blick überraschend anmuten mag, hat laut Truninger einen simplen Grund. «Ich hatte parteiintern schon im Vorfeld festgehalten, dass ich mich im Falle einer Nicht-Wahl voll auf den Kantonsrat konzentrieren werde», sagt der 54-Jährige. Und: «Natürlich war das Resultat enttäuschend. Aber als Politiker muss man das hinnehmen können.»
Truninger sitzt für die SVP seit 2015 im Kantonsrat und ist dort Mitglied mehrerer Kommissionen. Die Vorbereitungen für den anstehenden Wahlkampf 2023, in dessen Rahmen er sich für eine dritte Amtsperiode zur Verfügung stellen wird, laufen bald an.
«Wir haben als Partei Fehler gemacht. Doch unser Kurs und unsere Politik bleiben richtig.»
SVP-Fraktionschef René Truninger
Für eine vertiefte Analyse über das Abschneiden seiner Partei in den kommunalen Wahlen sei es noch etwas früh, grundsätzlich habe sich aber gezeigt, dass die Mitte-Links-Parteien besser zusammengearbeitet hätten als das bürgerliche Lager. Klar ist für Truninger aber: «Wir haben als Partei Fehler gemacht. Doch unser Kurs und unsere Politik bleiben richtig.»
Nichtsdestotrotz sieht er in seinem Abschied auch eine Chance für die lokale Partei. Er sagt: «Von Zeit zu Zeit braucht es Wechsel, neue Gesichter und einen frischen Wind.» Und spielt damit auf seinen jungen Nachfolger Luc Jacquat an, der nun den neunten SVP-Sitz erben wird.
Auffrischung in der FDP- und SP-Fraktion
Ebenfalls eine Auffrischung werden auch die zwei anderen grossen Fraktionen des Stadtparlaments erfahren. Allerdings aus anderen Gründen. Da der FDP-Parlamentarier Michael Käppeli und die SP-Fraktionsvorsteherin Brigitte Röösli im Gegensatz zu René Truninger den Sprung in den Stadtrat geschafft haben, werden im Sommer zwei neue Polit-Karrieren starten.
Der 41-jährige Dominic Erni wird den sechsten Sitz der FDP, die erst 20-jährige Leonie Antweiler den siebten der SP erben. (mmu)
