Pfäffiker Jahresrechnung mit Millionenüberschuss
Höhere Steuereinnahmen sind der Hauptfaktor für den um 6,7 Millionen Franken besseren Abschluss der Pfäffiker Jahresrechnung. Im Budget war man von einem Aufwandüberschuss von 2,2 Millionen Franken ausgegangen. Nun präsentiert die Gemeinde ein Plus von 4,3 Millionen Franken. Dies bei einem Aufwand von rund 74,9 und einem Ertrag von rund 79,3 Millionen Franken.
Für Finanzvorstand Stefan Gubler (FDP) ist die Rechnung ein Grund zur Freude, obwohl alle drei langfristigen finanzpolitischen Ziele verfehlt wurden. «Dass wir diese nicht erreicht haben, liegt primär an den Darlehen an die Gemeindewerke, die neu als Verwaltungsvermögen und via Investitionsrechnung gebucht werden müssen.»
Zwar sind die Gemeindewerke seit 2011 eine eigenständige öffentlich-rechtliche Anstalt, doch die Aufnahme von Darlehen erfolgt über die Gemeinde. Heisst: Die Gemeinde nimmt die Darlehen auf und gibt sie wiederum zu den gleichen Bedingungen den Gemeindewerken weiter.
Nettovermögen verpasst Zielbereich
Dies schlägt sich sowohl im Verwaltungsvermögen als auch in der Investitionsrechnung nieder und beeinflusst dadurch gleich zwei der drei finanzpolitischen Ziele: Eine gesunde Substanz mit einem Nettovermögen von 25 Millionen Franken mit Schwankungen von +/- 10 Millionen Franken sowie ein Selbstfinanzierungsgrad von 100 Prozent.
Das Nettovermögen liegt mit 14,8 Millionen Franken knapp nicht mehr im Zielbereich. Ohne die Darlehen an die Gemeindewerke würde das Nettovermögen 18,8 Millionen Franken betragen. Der Selbstfinanzierungsgrad liegt bei rund 79 Prozent – ohne Darlehen wären es 117 Prozent.
Das dritte Ziel ist ein stabiler Steuerfuss. Doch im Dezember 2020 sagte die Gemeindeversammlung Ja zur Erhöhung des Steuerfusses von 110 auf 113 Prozent für das Jahr 2021. Der Gemeinderat hatte gar eine Erhöhung um fünf Prozentpunkte beantragt, um die durch Corona befürchteten Steuerrückgänge teilweise zu kompensieren.
Kantonsmittel der Steuerkraft gestiegen
Im letzten Frühling rechnete Finanzvorstand Gubler aufgrund der Coronapandemie noch mit rückläufigen Steuererträgen ab 2021. Dass dieser Rückgang überschätzt wurde, beobachte man nun in vielen Gemeinden, sagt er. Eine mögliche Begründung: «Wer viele Steuern zahlt, wurde von der Pandemie finanziell weniger stark betroffen als weniger steuerkräftige Personen etwa im Gastrobereich.»
Auch das Kantonsmittel der Steuerkraft stieg. Konkret bedeutet das, dass sich die Differenz der Steuerkraft der Gemeinde Pfäffikon im Vergleich zum kantonalen Mittel erhöht hat. Daher wurde der Finanzausgleichsbetrag für Pfäffikon weniger stark reduziert.
Mehreinnahmen bei der Grundstückgewinnsteuer von 1,6 Millionen Franken, der Gewinn aus dem Verkauf der Aktien des Medizinischen Diagnose-Zentrums Uster von 0,3 Millionen Franken und die Corona-Sonderdividende der ZKB von 0,3 Millionen Franken tragen ebenfalls zum guten Ergebnis bei.
Gutes Ergebnis wegen ausgefallenen Anlässen
Die Schule weist gesamthaft 0,8 Millionen Franken tiefere Kosten gegenüber dem Budget aus. Aufgrund der Coronapandemie konnten diverse Klassenlager, Schulreisen und weitere Anlässe nicht durchgeführt werden. Ebenso mussten Weiterbildungen verschoben werden und es gab deutlich weniger Vikariate. Zudem wird die neue kommunale Stelle Leitung ICT/Infrastruktur erst im Jahr 2022 besetzt.
Der Bereich Familie und Alter schneidet um 0,2 Millionen Franken besser ab wegen Minderkosten bei der Familienergänzenden Betreuung und der Alimentenhilfe.
Mehrkosten von 0,2 Millionen Franken mussten hingegen beim Bereich Tiefbau hingenommen werden. Dies wegen höheren Kosten für den Winterdienst, Mehraufwand bei den Personalausgaben sowie höheren Beiträgen an den ZVV, da wegen Corona Fahrgäste ausblieben.
Höhere Nettoinvestitionen
Die Bereiche Gesundheit, Soziales, Freizeit und Sport sowie Hochbau, Planung, Umwelt haben Mehrkosten von je rund 0,15 Millionen Franken gegenüber dem Budget ausgelöst.
Der betriebliche Aufwand sank um 0,6 Millionen Franken, was 0,8 Prozent entspricht. Der betriebliche Ertrag stieg um 5,4 Millionen Franken und damit um 7,8 Prozent.
Die Netto-Investitionen beliefen sich auf 10,2 Millionen Franken und erreichen damit 131 Prozent des veranschlagten Gesamtbetrages. Ohne die Darlehen an die Gemeindewerke sind die Investitionen nur noch 5,5 Prozent höher als budgetiert.
