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Rüti will das ehemalige Kreisspital kaufen

Auf dem Areal des ehemaligen Kreisspitals Rüti könnte sich dereinst ein neues Quartier entwickeln. Dazu müssen allerdings zuerst nicht weniger als fünf Gemeinden ihr Einverständnis geben.

Das erste Hauptgebäude des ehemaligen Kreisspitals Rüti wurde um 1900 gebaut.

Foto: Matthias Müller

Rüti will das ehemalige Kreisspital kaufen

Es ist schon mehr als 20 Jahre weg und doch ist es noch da: das ehemalige Kreisspital Rüti. Bis heute befindet es sich im Besitz der Gemeinden Rüti (48 Prozent), Dürnten (20 Prozent), Bubikon (13,5 Prozent), Hinwil (12 Prozent) und Hombrechtikon (6,5 Prozent), die dessen Immobilien und das Areal in einem Zweckverband verwalten und bewirtschaften.

Wie Rütis Gemeindepräsident Peter Luginbühl (FDP) und der Zweckverbandspräsident Anton Melliger an einer Medienorientierung bekannt gaben, soll sich das nun ändern. Im letzten Herbst haben die fünf Mitglieder beschlossen, den Verband per Ende 2022 aufzulösen. Danach soll die Gemeinde Rüti den anderen vier Gemeinden ihre Anteile per 1. Januar 2023 abkaufen.

In einer Schätzung, die die ZKB im Auftrag des Verbandes 2020 vorgenommen hatte, wurde der Wert des Areals auf 14,3 Millionen Franken veranschlagt. Dementsprechend würde Rüti Dürnten mit 2,86 Millionen, Bubikon mit 1,93 Millionen, Hinwil mit 1,72 Millionen und Hombrechtikon mit 0,93 Millionen Franken entschädigen.

Voraussetzung, dass das Geschäft zustande kommt ist allerdings, dass die Stimmberechtigten aller fünf Gemeinden im Rahmen des Urnengangs vom 25. September der Auflösung ihren Segen geben. Sagt nur eine Gemeinde Nein, bleibt der Zweckverband bestehen.

Gut belegtes Gebiet

Das rund 40’000 Quadratmeter grosse Areal, das vollständig auf dem Gemeindegebiet Rütis liegt, ist freilich weit mehr als nur eine leere, frei verfügbare Fläche. Im Gegenteil: Es wird nach kaufmännischen Kriterien bewirtschaftet und ist durchaus profitabel.

So sind in den ehemaligen Spitalgebäuden seit 2001 ein grosses Rekrutierungszentrum der Armee, das Regionalzentrum für den Zivildienst, zahlreiche Kleinwohnungen, als auch diverse kleinere Unternehmen eingemietet.

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Weiter haben der Notfalldienst «Regio 144» auf dem Areal seine Zentrale und das Zentrum für Radiotherapie Rüti eine Praxis gebaut. Es bestehen also zahlreiche mittel- und langfristige Verhältnisse. Ausserdem müssen die zwei älteren Hauptgebäude des Spitals gemäss dem Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder erhalten bleiben.

Emotionale Verbundenheit

Dennoch macht es für Rütis Gemeindepräsident Luginbühl auch aus städteplanerischer Sicht Sinn, das Areal ganz zu übernehmen. «Ich merke immer noch, wie viele Rütnerinnen und Rütner mit dem ehemaligen Spital emotional verbunden sind», erklärt er.

Wie man das Gebiet, in dem er Potenzial zum Quartier sieht, entwickeln würde, müsse noch geklärt werden. Luginbühl schweben etwa eine Ansammlung von Gesundheitsbetrieben und Wohnungen im südlichen Teil vor – Ideen, die sich auch im aktuellen Raumentwicklungskonzept finden.

Unabhängig davon sei der Zeitpunkt einer Eingliederung angesichts der bevorstehenden Revision der Bau- und Zonenordnung günstig. In den Monaten bis zur Urnenabstimmung wird sich nun herauskristallisieren, ob die Bürgerinnen und Bürger das ähnlich sehen.

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