«Nun kann Uster die Augen vor den Tatsachen nicht mehr verschliessen»
Im Gemeindehaus von Greifensee gab es heuer viel mehr zu zählen als sonst an Behördenwahlen. Grund dafür waren die auswärtigen Stimmen, die wegen der Einzelinitiative «Zusammenschluss von Nänikon und Werrikon mit Greifensee» in die Urne gelegt worden waren.
2190 gültige Stimmen wurden insgesamt eingelegt. 895 davon stammten aus den Ustermer Aussenwachten Nänikon und Werrikon, was einer Stimmbeteiligung von rund 46 Prozent entspricht.
«Unglaublich, damit habe ich nicht gerechnet.»
Thomas Altenburger, Komitee «Pro8606»
Die Zustimmung für die Vorlage fiel mit total über 92 Prozent sehr deutlich aus. Damit ist das klare Resultat eingetroffen, das sich die Initianten um das Komitee «Pro 8606» im Vorfeld erhofft hatten. «80 Prozent und mehr wäre der Brüller», sagte Thomas Altenburger vor dem Abstimmungssonntag. Das sei ein deutliches Signal an die Stadt Uster.
Greifensee und Uster in Verhandlung
Zur 90-Prozent-Zustimmung sagt er nun: «Unglaublich, damit habe ich nicht gerechnet. Mit diesem Resultat kann Uster die Augen vor den Tatsachen nicht mehr verschliessen.»
Die Stadt soll nun zusammen mit der Gemeinde Greifensee den Zusammenschluss von Nänikon und Werrikon mit Greifensee prüfen. So will es die Initiative. Damit versucht das Komitee insbesondere die Oberstufenschulgemeinde Nänikon-Greifensee zu retten.
Denn das Gemeindegesetz des Kantons Zürich verlangt, dass das Hoheitsgebiet von Schulgemeinde und Politischer Gemeinde übereinstimmen muss, was die Oberstufenschulgemeinde derzeit nicht erfüllt.
Für Uster ist Abspaltung keine Option
Die Antwort der Stadt auf das Abstimmungsergebnis fällt prompt und deutlich aus. In einer Medienmitteilung schreibt der Ustermer Stadtrat, dass er diesen Entscheid zwar zur Kenntnis nehme. «Weil der Stadtrat im Interesse der Ustermer Gesamtbevölkerung zu handeln hat, ist für uns eine Abspaltung aber keine Option.»
Zu gewichtig wären die Nachteile, die eine Abspaltung von Nänikon und Werrikon für die Stadt Uster zeitigen würden, heisst es weiter. Dennoch wolle der Stadtrat mit den Einwohnenden von Nänikon und Werrikon in einen Dialog treten. «Dabei sollen schulische Themen und weitere Kernanliegen lösungsorientiert diskutiert werden können.»
Über die Erkenntnisse aus dem gemeinsamen Dialog werde der Stadtrat die Ustermer Bevölkerung «zeitnah» informieren.
