Kleine Verschiebungen – oder ein grosser Trend?
Gross sind die Sitzverschiebungen im 36-köpfigen Parlament von Illnau-Effretikon nicht. Die beiden grössten Fraktionen, die SVP und die SP verlieren je einen Sitz, sie werden neu durch neun, respektive sieben Abgeordnete vertreten. Einen Sitz hinzu gewinnen die Mitte und die GLP, die beide ihre Fraktionsstärke auf vier erhöhen könnten. Alle anderen Parteien bleiben auf ihren bisherigen Sitzen sitzen – nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Je nachdem wo man sich umhört, kann man aus diesen zwei verschobenen Sitzen durchaus Grösseres und Grundsätzlicheres ableiten. «Unser Sitzgewinn zeigt uns, dass der Entscheid, die BDP und die CVP zu fusionieren, richtig war», sagt Kilian Meier, Co-Präsident der Mitte, die aus diesem Wahlsonntag als Siegerin hervorging. «Die Bürgerinnen und Bürger haben an der Urne gezeigt, dass sie es goutieren, wenn man Verantwortung übernehmen will.»
Vom Fahrtwind der Nomination von Rosmarie Quadranti, die quasi als Wahlkampflokomotive vorangegangen und damit erfolgreich einen Stadtratssitz erobert hatte, konnte die Partei auch in den Parlamentswahlen profitieren, findet Meier. Es freue ihn ausserdem speziell, dass mit Melanie Haas eine junge Frau den gewonnen, vierten Sitz einnehmen wird.
Im Resultat sieht er indessen auch eine Spiegelung grösserer gesellschaftlicher Fragen. «Die Welt hat in den letzten Jahren viel Polarisierung gesehen. Nun schlägt das Pendel zurück. Insbesondere die letzten Monate haben gezeigt, wie wichtig gesellschaftlicher Zusammenhalt ist. Und für den stehen wir.»

