Erste Ukraine-Flüchtlinge in Dübendorf angekommen
Vier Wochen nach dem Einmarsch russischer Truppen sind die ersten Flüchtlinge aus der Ukraine in Dübendorf angekommen. Gemäss Stadtpräsident André Ingold (SVP), der vorübergehend auch das Dossier Soziales unter sich hat, sind es derzeit rund zwei Dutzend Personen.
«Die Unterbringung läuft derzeit noch auf privater Basis», sagt Ingold. Es handle sich dabei vorwiegend um Bekanntschaften und Kontakte, die schon vor dem Krieg bestanden hätten.
Dass die Zahlen noch steigen werden, ist anzunehmen, denn Anfang Woche begann der Kanton laut Ingold mit der Zuteilung der Geflüchteten in die Gemeinden. Personen mit Status S werden gemäss Mitteilung des Kantons nach Möglichkeit nach dem bestehenden Verteilschüssel den Gemeinden zugewiesen. Gemäss Quote muss die Stadt Dübendorf insgesamt 46 Personen aufnehmen. Ob die aktuell geltende Zuweisungsquote seitens Kanton erhöht wird, müsse abgewartet werden, so Ingold.
Dübendorfer wollen helfen
«Wir sind auf die Entwicklung vorbereitet», sagt Ingold. Man habe bereits begonnen, zu diesem Zweck weitere Wohnungen anzumieten. Und wenn dies nicht ausreiche, könnten Schutzräume innerhalb von 24 Stunden zu Unterkünften umfunktioniert werden.
Für die Aufnahme von Ukraine-Flüchtlingen ist die Anlage im Schulhaus Sonnenberg vorgesehen – gemäss Ingold aber nur im Notfall, da unterirdische Schutzräume gerade für Kinder nur eine vorübergehende Lösung sein könnten.
Dass Private weitere Personen in Dübendorf aufnehmen könnten, sei gut möglich, sagt Ingold. «Die Unterstützungsbereitschaft der Wohnbevölkerung von Dübendorf ist sehr gross.» Aktuell kämen täglich Anfragen und auch Hilfsangebote rein. Diese würden geprüft und an die zuständigen Stellen weiterverwiesen.
In der Auffangklasse
Stand Mitte Woche besuchen acht Flüchtlingskinder die Dübendorfer Primarschule, wie Bildungsvorsteherin Susanne Hänni (GLP/GEU) sagt. «Sie besuchen unsere Auffangklasse, die wir für fremdsprachige Kinder haben.» Nach einer Angewöhnungszeit würden die Kinder dort wo möglich in die Regelklasse integriert, damit sie Kontakt zu Gleichaltrigen knüpfen können, so Hänni.
Die Sekundarschule hat eine aus der Ukraine geflüchtete Deutschlehrerin engagiert, die Jugendliche aus der Ukraine unterrichtet. Die Primarschule stellt dafür Räumlichkeiten im Schulhaus Högler zur Verfügung.
