Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Abo

Politik

Ein riesiges Plus für Dübendorf

Die Rechnung 2021 von Dübendorf schliesst mit einem unerwartet hohen Überschuss von 16 Millionen. Ist die Zeit damit reif für eine Steuersenkung?

Im Stadthaus kann man sich über einen massiven Ertragsüberschuss freuen.

Archivfoto: Thomas Bacher

Ein riesiges Plus für Dübendorf

Budgetiert war ein Plus von 400’000 Franken, doch nun schliesst die Jahresrechnung 2021 der Stadt Dübendorf mit einem Ertragsüberschuss von nicht weniger als 16,1 Millionen Franken ab. Dies bei einem Gesamtertrag von 205,2 Millionen Franken. Damit erhöht sich das Nettovermögen auf 68,9 Millionen Franken – oder: pro Person von 1817 auf 2270 Franken.

Finanzvorstand Martin Bäumle (GLP/GEU) ist vom Jahresabschluss «positiv überrascht», wie er sagt. Zwar hätten die Hochrechnungen den Trend aufgezeigt. Dass der Überschuss jetzt aber so hoch ist, habe er nicht erwartet, auch wenn er nie der Meinung gewesen sein, dass die Pandemie die Finanzen stark in Mitleidenschaft ziehen würde.

Mehr Steuern, mehr Zuschuss

Für das Plus verantwortlich sind in erster Linie deutlich höhere Steuereinnahmen. Effektiv stiegen die Erträge bei den natürlichen Personen um 6,3 Millionen Franken und bei den Grundstückgewinnsteuern um 5,4 Millionen. Bei den juristischen Personen liegt die Erfolgsrechnung 1,1 Millionen Franken über Budget.

Bäumle weist darauf hin, dass sich das positive Ergebnis auf den Ressourcenzuschuss auswirken werde. 2021 erhielt die Stadt 12 Millionen Franken aus dem Honigtopf des Kantons; für dieses Jahr ist ein Zuschuss von 12,4 Millionen prognostiziert. «Letztlich ist es mir aber lieber, wir erwirtschaften die Einnahmen selber, als dass wir das Geld aus dem Finanzausgleich erhalten.»

Mehrkosten in der Sozialabteilung

Der Aufwand liegt mit 189,1 Millionen rund 500’000 Franken über dem Voranschlag. Der höhere Sach- und Betriebsaufwand wird hier teilweise durch den geringeren Personalaufwand kompensiert. Beim Personal sei nicht gespart worden, hält Bäumle fest. Vielmehr habe man gewisse Stellen nicht besetzen können.

Dieser Umstand wirkt sich teilweise direkt auf die Mehrausgaben für Honorare und Dienstleistungen Dritter aus, worunter auch die Springer fallen. «Das meiste davon betrifft nach wie vor die Sozialabteilung», sagt Bäumle, «aber die Situation wird sich ab 2023 normalisieren.»

«Ich habe aber immer gesagt, dass für ich mich eine weitere Senkung des Steuerfusses möglich wäre.»
Martin Bäumle (GLP/GEU), Finanzvorstand in Dübendorf

Von den budgetierten Investitionen von 24,3 Millionen ins Verwaltungsvermögen wurden 2021 effektiv nur 59 Prozent realisiert. Das ist nochmals weniger als 2020, wofür der Stadtrat von der Geschäfts- und Rechnungsprüfungskommission (GRPK) hatte Kritik einstecken müssen.

Natürlich sei es nicht ideal, wenn die geplanten Investitionen nicht erreicht würden, sagt Bäumle. Letztlich könne man aber nicht immer alle Eventualitäten voraussehen. Und er budgetiere das ein, was in Absprache mit den Abteilungen als Umsetzung erwartet werden könne. Der Finanzplan gehe von maximal 80 Prozent Umsetzung aus. 

Die Sache mit dem Steuerfuss

Der vorliegende positive Rechnungsabschluss wird zwangsläufig zu Forderungen nach einer Steuersenkung führen; aktuell liegt der Steuerfuss der Politischen Gemeinde und der Primarschule bei 81 Prozent. Bäumle will dazu noch keine konkrete Aussage machen. Erst müsse man die Entwicklung im laufenden Jahr abwarten.

Es sehe aber klar so aus, als könnte die wegen grosser anstehender Investitionen drohende Steuererhöhung zeitlich weiter nach hinten verschoben werden. Eine kurzfristige Senkung mache hingegen keinen Sinn – und widerspreche dem finanzpolitischen Ziel des Stadtrats, den Steuerfuss möglichst stabil zu halten.

Bäumle: «Ich habe aber immer gesagt, dass für ich mich eine weitere Senkung des Steuerfusses möglich wäre, wenn die Zahlen diese für sicher vier Jahre erlauben würden.»

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns