Pläne für Pfäffiker Bushof spalten die Parteien
Nicht fertig durchdacht, nicht passend zum Ortsbild – der neue Bushof in Pfäffikon erntet nicht nur bei den Ortsparteien viel Kritik. Rund 8,73 Millionen Franken soll dessen Bau insgesamt kosten, rund 2,4 Millionen Franken von diesem Betrag muss die Gemeinde berappen. Die Gemeindeversammlung wird am 28. März jedoch erst einmal über einen Betrag von 345’000 Franken bestimmen – so viel kostet die Ausarbeitung des Bauprojekts.
Darüber, dass der Bushof an die Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes angepasst werden muss, herrscht Einigkeit. Die Dimensionen des Projektes passen jedoch nicht allen.
SVP warnt vor Gefahrenpotenzial
«Es ist unerklärlich, dass in diesem Projekt, das behindertengerecht werden soll, neue Hindernisse aufgebaut werden», heisst es in der Stellungnahme der SVP Pfäffikon. Sie habe mit einer Arbeitsgruppe das Projekt «eingehend geprüft».
Die neuen Hindernisse sind in diesem Fall eine zusätzliche Überquerung der Bus- und Taxi-Spur. Zudem berge die geplante Verlegung der P+R-Anlage auf der Sophie-Guyer-Wiese durch die Querung des Velowegs ein «nicht zu unterschätzendes Gefahrenpotenzial».
Der neue Bushof
Das vom Gemeinderat vorgelegte Projekt sieht eine komplette Neugestaltung des Bushofs mit einer Insel auf der Nordseite des Bahnhofs vor, welche mit einem Dach von 120 Meter Länge und 9 Meter Breite als Witterungsschutz ausgestaltet werden soll. Zudem muss die nördliche Park+Ride-Anlage auf das Sophie Guyer Areal verlegt werden.
Die Kosten für das Projekt werden zu rund 50 Prozent vom Agglomerationsprogramm des Bundes und vom Kanton übernommen. Die verbleibenden 4,365 Millionen Franken werden von Pfäffikon und den Gemeinden getragen, die einen grossen Nutzen davon haben.
Der Gemeinderat will die Planungsarbeiten bis Ende Sommer 2023 soweit abschliessen, dass die Bauarbeiten für die Neugestaltung des Bushofs ab Sommer 2024 in Angriff genommen werden können. Die Fertigstellung soll dann Ende 2025 möglich sein.
Die SVP verlangt darum die Rückweisung des Projekts mit dem Ziel, die Variante Haltekante Süd zu prüfen. «Eine Bewertung der Projekte Variante Businsel und zweiteiliger Bushof ist vorzunehmen und unter dem Aspekt der Benutzerfreundlichkeit und der anfallenden Kosten zu prüfen.»
SP will Pläne für Unterführung
Auch die Pfäffiker SP will das Geschäft an den Gemeinderat zurückweisen – unter anderem ebenfalls für die Evaluation der Haltekante Süd. Zudem soll das Projekt so überarbeitet werden, dass eine zweite Unterführung in einem nächsten Schritt gebaut werden könnte. «Wenn wir den Plänen jetzt so zustimmen, wird es schwierig, im Nachhinein noch nötige Anpassungen vorzunehmen.»
Der SP gehe es um «die möglichst beste und zukunftsorientierte Lösung» . Aber seit den ersten Entwürfen für den Bushof hätten sich die Gegebenheiten verändert. So plant die SBB eine Perronverlängerung. «Und diese wird eine zweite Unterführung aufgrund der Zugänglichkeit und steigenden Pendlerzahlen über kurz oder lang unumgänglich machen.»
RGPK will keinen verfrühten Entscheid
Auch die Rechnungs- und Geschäftsprüfungskommission (RGPK) empfiehlt dem Stimmvolk, das Geschäft zurückzuweisen. Obwohl noch nicht alle Details bekannt sind, müsse die Vorlage in voller Tiefe begutachtet werden. Denn: «Mit dem Entscheid zum Projektierungskredit wird der Entscheid zum definitiven Baukredit zumindest teilweise vorweggenommen.»
Pfäffikon stellt neuen überregionalen Bushof vor
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Zu wenig Platz für Busse
Am Bahnhof Pfäffikon geht der Platz für die Busse aus. Beitrag in Merkliste speichern Zudem seien die baulichen Massnahmen nicht nur sehr kostenintensiv, «sondern stellten auch einen massiven Eingriff in das Ortsbild von Pfäffikon dar». Es sei deshalb «unverständlich», warum die Anordnung von einer oder zwei Haltekanten auf der Südseite des Bahnhofs nicht weiterverfolgt wurde.
EVP will Dach überarbeiten
Die Pfäffiker EVP hingegen spricht sich klar für den Projektierungskredit aus. «Das vorgelegte Bauprogramm erfüllt massvoll die Anforderungen an einen modernisierten, gewachsenen und behindertengerechten Busbetrieb.» Ein erweiterter Bushof diene nicht nur Pfäffikon sondern auch den Buspassagieren der umliegenden Gemeinden «und wir zum verbindenden Gemeinschaftswerk».
Ganz ohne Kritik geht es aber auch nicht bei der EVP. Sie erwarte, dass der Baustil des Daches nicht einfach als Kostenfaktor angesehen, sondern in seiner Art ins Pfäffiker Ortsbild eingepasst werde. Dies etwa mit einem Holz- statt Betonbau und einem mit Photovoltaikanlagen bestückten Dach.
FDP kündigt Initiative an
Für die FDP kommt eine Verzögerung des Bauvorhabens «sowohl aufgrund der Dringlichkeit in Bezug auf den behindertengerechten Ausbau wie auch der heute schwierigen Situation im Bereich der Bushaltekanten» nicht in Frage. Varianten mit Haltestellen auf der Südseite des Bahnhofs sowie eine grosszügigere Aufreihung an der Bahnsteigkante im Norden des Bahnhofs seien an der Parteiversammlung zwar diskutiert worden, hätten jedoch keine Mehrheit gefunden.
So unterstützt auch die Pfäffiker FDP die Vorlage, obwohl die neu geplante Parksituation auf der Sophie-Guyer-Wiese unzufriedenstellend sei. «Die FDP wird deshalb in Kürze eine Einzelinitiative einreichen, mit dem Ziel, diese teilweise im Baurecht zu überbauen und die Parkplätze unterirdisch zu legen.»
Grüne halten sich zurück
Die Grünen haben derweil Stimmfreigabe beschlossen. «Die Durchlässigkeit des Bahnhofgebietes wird durch das Projekt und ohne Unterführung Ost nicht verbessert», schreiben sie in ihrer Stellungnahme. «Die Gestaltung kann ortsbaulich nicht überzeugen und wird ein Fremdkörper bleiben.» Und falls die wegfallenden 37 Park+Ride-Parkplätze auf die Sophie-Guyer-Wiese verlegt würden, was erst in der kommenden Projektierung angeschaut wird, würden die Grünen das Projekt «klar ablehnen».
Genehmigt die Gemeindeversammlung den Projektkredit, steht im Frühjahr/Sommer 2023 der nächste Meilenstein an: Dann werden die Stimmberechtigten von Pfäffikon und jene der zahlungspflichtigen Nachbargemeinden ihre Anteile an den Baukosten zu bewilligen haben. Eine Realisierung kann nur dann erfolgen, wenn die zustimmenden Beschlüsse sämtlicher beteiligter Gemeinden vorliegen.
Neben dem Projektierungskredit für den Bushof stehen noch zwei weitere Geschäfte auf der Traktandenliste der Pfäffiker Gemeindeversammlung vom 28. März: Die Kenntnisnahme des Schlussberichts zur Erarbeitung des Räumlichen Entwicklungskonzepts und die Genehmigung eines Projektierungskredits von 930’000 Franken für die Realisierung des Oberstufenzentrums Pfaffberg.
