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Politik

«Das war zwar ehrlich, aber taktisch ein Waterloo»

Die Greifenseer haben an der Gemeindeversammlung erneut eine Bau-Etappe der Schulanlage Breiti genehmigt. Liegenschaftenvorstand Bruno Schaerli sagt im Interview, was ihn dabei überrascht hat, wie hoch er die Gesamtkosten schätzt und welche Fehler er bei der einstigen Abstimmungsniederlage gemacht hat.

Herr Schaerli, an der Gemeindeversammlung haben sich die Stimmberechtigten für die Erweiterung und Sanierung der Primarschule und des Kindergartens Müllerwis grosszügig gezeigt und etwa einen Antrag für eine Fussbodenheizung gestellt, die der Gemeinderat eigentlich gar nicht zwingend haben wollte. Hat Sie das überrascht?
Bruno Schaerli (Aktion G): Ja und Nein. Schon im vergangenen Oktober wurde eine Etappe des Projektes ohne Gegenstimme genehmigt. Das sind schon beinahe nordkoreanische Zustände. Und nun haben die Stimmberechtigten sogar noch bauliche Verbesserungen bestellt, welche über den Antrag des Gemeinderats hinausgehen. Als Demokrat hat mir die Versammlung mit den einzelnen Anträgen zwar grosse Freude bereitet, ich bin aber immer noch der Meinung, dass der Kindergarten auch ohne Fussbodenheizung ausgekommen wäre.

Und wie erklären Sie sich diese Ausgabenfreude?
Ich denke, das verdanken wir dem Mitwirkungsprozess. Damit haben wir bei den Stimmbürgern viel Verständnis und Vertrauen in die Schulraumentwicklung gewonnen. Wir bemühen uns sehr, dass das, was die Bevölkerung dort eingebracht hat, möglichst eins zu eins in die Projekte zu integrieren. Das wird wohl sehr hoch goutiert.

«Das Grundvertrauen in den Gemeinderat war leicht erschüttert.»

Ganz anders 2018, als der Gemeinderat bei der Erstauflage des Geschäfts noch Schiffbruch erlitten hatte.
Ja, was damals noch hochkant abgelehnt worden ist, wird nun zumeist zu null angenommen. Jetzt befinden sich bereits vier der sechs Bausteine auf der Projektierungs- und Ausführungs-Reise.

Wie sehen Sie rückblickend diese Abstimmungsniederlage?
2018 waren wir noch nah an der Urnenabstimmung zum Umbau des Landenberghaus. Weil das Ergebnis zugunsten des Projekts äusserst knapp ausfiel, war die Bevölkerung gespalten. Das Grundvertrauen in den Gemeinderat war leicht erschüttert. Viele waren der Meinung, dass wir keine überzeugende und mehrheitsfähige Vorlage hinbekommen hatten und die Stimmung war nicht grundsätzlich pro Gemeinderat. Noch gewichtiger war allerdings, dass die Abstimmung zur Schulanlage Breiti zusammen mit dem Antrag zur Steuererhöhung an die Gemeindeversammlung gekommen ist. Mit über 300 Personen war der Andrang für Greifensee rekordhoch; viele Stimmberechtigte erschienen meines Erachtens primär zur Vermeidung der Steuererhöhung. Aus Transparenzgründen habe ich damals gesagt: Weil die Schulraumentwicklung auch finanziert sein muss, müssen wir auch mehr Geld einnehmen. In der Kombination kam das nicht gut an. Meines Erachtens war das zwar ehrlich, aber taktisch ein Waterloo.

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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