Politik

Gossau schliesst mit 2,6 Millionen Plus

2,6 Millionen statt 400'000 Franken Plus – die Gemeinde Gossau spricht nicht umsonst von einem positiven Jahresabschluss.

Gossau schliesst mit 2,6 Millionen Plus

Die Gossauer Jahresrechnung 2021 gehe trotz Corona positiv in die Geschichte ein, teilt die Gemeinde mit. Die Erfolgsrechnung sieht einen Ertragsüberschuss von 2,6 Millionen Franken vor. Im Budget war lediglich ein Plus von 400’000 Franken vorgesehen gewesen.  

Vor allem bei den ordentlichen Steuern habe die Gemeinde zu vorsichtig budgetiert, heisst es in der Mitteilung. Die Verbesserung bei den Grundstückgewinnsteuern sei dank hoher Verkaufspreise der gehandelten Liegenschaften zustande gekommen. Ebenfalls massgeblich zum guten Ergebnis beigetragen habe die Sonderdividende der Zürcher Kantonalbank.

Zudem seien die Ausgaben in den Bereichen Alimentenbevorschussung, Zusatzleistungen, Stationäre Pflegefinanzierung und Unterstützung für vorläufig Aufgenommene unter Budget geblieben.

Eine grosse Position auf der Ertragsseite sei der Beitrag aus dem Finanzausgleich. Mit rund 11,8 Millionen Franken mache dieser knapp 18 Prozent der Erträge aus. 

Pflegebedürftige werden öfter zu Hause betreut

Eine Verschlechterung gegenüber dem Budget habe derweil bei den Ausgaben für den öffentlichen Verkehr verzeichnet werden müssen. Für den mutmasslich schlechteren Jahresabschluss des ZVV sei eine Rückstellung in der Höhe von rund 100’000 Franken gebildet worden, schreibt die Gemeinde weiter.

Auch steigen bei der ambulanten Pflegefinanzierung die Kosten nach wie vor an. Die Zurückhaltung bei den Heimeintritten habe eine vermehrte Betreuung zu Hause zur Folge. 

Weiter seien die Abschreibungen durch das hohe Investitionsvolumen höher ausgefallen als budgetiert. Die direkten Kosten für die Umsetzung der Pandemie-Massnahmen im Schul- und Verwaltungsbereich im Rechnungsjahr 2021 belaufen sich auf rund 65’000 Franken. Darin enthalten sind vorwiegend Ausgaben für Schutzmasken, Desinfektionsmittel und Schutzwände.

In einer zweiten Runde wurde nochmals Corona-Nothilfe für Selbstständige geleistet. Die à-fonds-perdu-Beiträge über total 20’000 Franken werden durch den bereits erhaltenen Kantonsbeitrag getragen.

Sanierungen überschritten das Budget

Im Verwaltungsvermögen waren Nettoinvestitionen von 8,3 Millionen Franken vorgesehen. Effektiv investiert wurden aber fast 9 Millionen Franken. Die grössten Projekte machten der Neubau der Mehrfachhalle, die Sanierung des Freibades, verschiedene Strassensanierungen, Sanierungen bei Verwaltungs- und Schulliegenschaften sowie Kanalisationserneuerungen aus.

Der Gesamthaushalt erreicht einen Selbstfinanzierungsgrad von 79 Prozent. Die hohen Investitionsausgaben konnten somit nicht vollumfänglich aus den selbst erwirtschafteten Mitteln finanziert werden.

Positives Fazit

Mit dem Abschluss 2021 habe sich die finanzielle Situation der Gemeinde weiter stabilisiert, heisst es in der Mitteilung weiter. Nur die vergleichsweise hohen Investitionsausgaben hätten einen Selbstfinanzierungsgrad von über 100 Prozent verhindert.

Der kontinuierliche Abbau der kurz- und langfristigen Darlehen in den letzten sechs Jahren von 30 Millionen auf nun 14 Millionen Franken ist laut Gemeinde «äusserst erfreulich, und zeigt, dass die in den vergangenen Jahren getroffenen Massnahmen finanziell greifen».

Im Juni wird die Jahresrechnung zur Abnahme der Gemeindeversammlung vorgelegt

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