Kühl und karg präsentiert sich das Versammlungslokal, in dem am Dienstag die SP Maur ein Podium zum Ukrainekrieg durchführt. Der ehemalige Kuhstall des Wettsteinhauses hat das Flair einer der vielen Schutzbauten, in denen sich zurzeit viele Ukrainer befinden – und unterstreicht damit die Ernsthaftigkeit des Themas.
«Vor zwei Wochen noch hätte ich diesen Angriff nicht für möglich gehalten», sagt der 84-jährige Carsten Goehrke. 1971 war der in Pommern aufgewachsene Deutsche an die Universität Zürich berufen worden, als erster Ordinarius für Osteuropäische Geschichte in der Schweiz. «Der Einmarsch kam aber auch für Russland überraschend», erklärt der emeritierte Professor, der seit vielen Jahren in Maur daheim ist.
«Einmalig in der Geschichte»
Als «einmalig in der Geschichte» bezeichnet er vor den rund 25 Zuhörern den Umstand, dass dieser Krieg von gerade einmal fünf Leuten befohlen worden sei. Kabinett und Duma seien aussen vor gelassen worden. «Nicht einmal Hitler brachte einen solchen Alleingang zustande.»

