Die Bibel ist uralt. Escape Rooms sehr modern. Wieso lassen sich diese zwei Dinge kombinieren?
Matthias Blum: Die Bibel ist nicht nur eine Lehre, sondern etwas zum Erleben. Es geht um Berichte von Menschen, die Erfahrungen mit einem Gott gemacht haben, der ein Geheimnis bleibt und doch sehr real und erfahrbar ist. Die Bibel muss eine Herausforderung bleiben: Es gibt immer wieder Neues zu entdecken, wie auch im Escape Room.
Besteht die Gefahr, dass der eigentliche Inhalt, also Wissen rund um die Bibel, vergessen geht, eben genau durch die Erfahrbarkeit ihres Projektes?
Diese Gefahr besteht, sobald man etwas konsumiert. Ziel bei uns ist es, Geheimnisse zu entdecken und so im besten Fall dazu motiviert werden, noch mehr entdecken zu wollen. Ich vergleiche das gerne mit der Liebe: Verliebt man sich, verabschiedet man sich dann ja nicht von der Person – man beginnt gerade erst, sie kennenzulernen. Die Bibel ist auch eine Liebesgeschichte, nämlich zwischen Gott und uns.
Was erhoffen Sie sich persönlich vom Projekt?
Die Besuchenden sollen entdecken, dass da mehr ist, als es scheint. Die Bibel ist ein Liebesbrief von Gott an uns. Zugegeben, ein sehr langer (lacht), aber eben ein Liebesbrief. Und einen solchen legt man nicht weg nach einmal lesen. Man schaut ihn sich immer wieder an und entdeckt Neues. Das erhoffe ich mir auch von unserem Projekt.

