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Politik

20'500 Würste aus einer Metzg

Der Schüblig-Ziischtig ist gelebtes Brauchtum. Seit Jahren wächst die Nachfrage nach den Würsten bei der Bubiker Metzgerei Minnig. Aber es gibt auch einen Gegentrend.

Am Montag vor einer Woche hat die Metzgerei Minnig in Bubikon ihre Produktion aufgestockt. Statt um 7 Uhr begann der knapp 60-köpfige Betrieb schon ab 5 Uhr zu wursten. Vier Tonnen Rohmaterial sind seither zu Würsten verarbeitet worden. Dazu kommen noch 400 Kilogramm von Hand gefertigter Kartoffelsalat.

Der Grund für die besondere Kraftanstrengung: der heutige «Schüblig-Ziischtig». Dieser ehemals katholische Brauch gehört seit bald 500 Jahren auch zum Traditionsbestand der Reformierten , vor allem im Zürcher Oberland (siehe Box am Schluss).

Eine Schüblig-Renaissance

Gemäss den Verkaufszahlen von Minnig am Bachtel erlebt die Region gar eine Schüblig-Renaissance. Noch vor 20 Jahren hat die Familienmetzgerei am Schüblig-Ziischtig 1690 Würste an den Mann und die Frau gebracht, wie Marketingleiter Nicolà Melcher aus alten Dokumenten entnimmt. Letztes Jahr seien es 14'000 gewesen – eine Verachtfachung des Absatzes .

«Unter dem Jahr wird Schüblig kaum noch gegessen.»

Karl Minnig Valluci, Geschäftsführer Metzgerei Minnig

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