In der Schweiz wird aktuell über die Organspende diskutiert. Es geht in der Abstimmung, die am 15. Mai stattfindet, um die Frage, ob es bei der erweiterten Zustimmungslösung bleiben oder ob ein Systemwechsel zur erweiterten Widerspruchslösung vollzogen werden soll.
Dies würde bedeuten, dass neu nach Feststellung des Hirntodes grundsätzlich bei Jedem Organe entnommen werden dürfen, es sei denn, der Verstorbene hat seine Ablehnung explizit festgehalten oder die Angehörigen widersprechen der Organentnahme, wenn die betroffene Person sich nicht dazu geäussert hat.
«Gegen die Widerspruchslösung zu sein, bedeutet keinesfalls, dass man grundsätzlich gegen Organspende ist.»
Michael Coors, Professor für theologische Ethik an der Universität Zürich
Die Turbenthaler Kirchenpflegerin Monika Di Benedetto hat eine öffentliche Veranstaltung zu ethischen Fragen der Organtransplantation im «Chiletreff» organisiert. Sie konnte Michael Coors, den kompetenten und redegewandten deutschen Professor für theologische Ethik und Leiter des Instituts für Sozialethik im Ethik-Zentrum der Universität Zürich als Referent gewinnen.
«Gegen die Widerspruchslösung zu sein, bedeutet keinesfalls, dass man grundsätzlich gegen Organspende ist», betonte Coors. Faktische Ausgangslage in der Schweiz sei, dass der Bedarf an Organen höher ist als die zur Transplantation zur Verfügung gestellte Anzahl. Allerdings lasse die empirische Faktenlage keine eindeutigen Schlussfolgerungen zu, ob eine Widerspruchslösung zu mehr Organspendewilligen führe oder nicht.

