Politik

Pfäffikon wählt die nachhaltigste Variante – zu einem Aufpreis

Pfäffikon hat auf eine lokale, ökologische Strombeschaffung umgestellt. Die neuen Stromprodukte gibt es in drei Varianten. Der Gemeinderat hat sich für die eigenen Abteilungen für die ökologischste und teuerste entschieden – und will damit mit gutem Beispiel vorangehen.

Pfäffikon wählt die nachhaltigste Variante – zu einem Aufpreis

Die Gemeindewerke Pfäffikon (GWP) haben per Anfang 2022 die drei neuen Naturstromprodukte «Normal», «Ideal» und «Optimal» lanciert. Diese ersetzen die bisher angebotenen Produkte «basic», «star» und «solar» der Elektrizitätswerke Zürich, wie es in einer Mitteilung des Pfäffiker Gemeinderates heisst.

Der Strom werde künftig durch zertifiziertes Rückkaufen von regional produziertem Solarstrom ergänzt. Das nachhaltigste Produkt «Optimal» bestehe zu 100 Prozent aus ökologischem Solarstrom von über 140 Pfäffiker Solaranlagen und Solarenergie aus der Schweiz. Die Gemeindewerke «veredeln» den Pfäffiker Solarstrom mit Herkunftsnachweisen, so die Gemeinde. Mit dieser Massnahme biete man die Möglichkeit, die Ziele des Bundes mit der Energiestrategie 2050 in der Gemeinde im Bereich Stromproduktion frühzeitig zu erreichen – sofern die Pfäffiker Strombezüger von diesem Angebot auch Gebrauch machen.

Diese wurden mittels Schreiben der GWP im November 2021 über die neuen Produkte und deren Konditionen orientiert und können das von ihnen bevorzugte Naturstromprodukt frei auswählen. Denjenigen Strombezügern, die den Gemeindewerken ihre Präferenz nicht mitteilen, werden automatisch die Stromkosten auf der Basis des mittleren Stromprodukts «Ideal» in Rechnung gestellt.

Der Kostenfaktor

Auch die Gemeinde Pfäffikon stand vor der Entscheidung, welches Stromprodukt sie für Ihre Liegenschaften und Abteilungen – darunter etwa für die öffentliche Strassenbeleuchtung oder den Friedhofbetrieb – nutzen möchte.

Wie ein Protokollauszug des Gemeinderats im Februar festhält, stehen zwar sämtliche Abteilungen einer Umstellung auf eine lokale und ökologische Strombeschaffung positiv gegenüber – dennoch entschieden sich nicht alle für die nachhaltigste Variante «Optimal». So zum Beispiel die Abteilung Liegenschaften, welche das Produkt aufgrund der Mehrkosten ablehnte. Auch das Ressort «Sicherheit und Finanzen» wählte aus finanziellen Gründen nicht «Optimal», sondern entschied sich stattdessen gar für ein Downgrade zum günstigsten Produkt «Normal». 

Antrag auf einheitliches Optimum

Weiter heisst es allerdings im Protokollauszug, der Steuerungsausschuss Energie sei der Meinung, dass die gesamte Gemeindeverwaltung ihren Strombezug nach einem einheitlichen Tarif beziehen sollte. Er vertrete klar die Ansicht, dass die Gemeinde Pfäffikon das Stromprodukt «Optimal» wählen sollte. «Einerseits, um mit gutem Vorbild voranzugehen und andererseits, um einen Beitrag zur Erreichung der Ziele unseres Energieplans und den Energiezielen des Bundes 2050 zu leisten», heisst es im Bericht.

Der Steuerungsausschuss Energie beantragte dem Gemeinderat deshalb den einheitlichen Einsatz des Stromprodukts «Optimal» in der Gemeindeverwaltung und all ihren Abteilungen. Der Gemeinderat nahm diesen Antrag an und hat dafür einen Zusatzkredit zu Lasten der Kreditkompetenz des Gemeinderats bewilligt.

Gemäss Kostengegenüberstellung kommt die Gemeinde die Nutzung der nachhaltigsten Variante «Optimal» für alle Abteilungen insgesamt jährlich rund 36’000 Franken teurer zu stehen als die mit dem Produkt «Ideal». Im Vergleich zum Betrag für das bisher genutzte Stromprodukt entspricht dies Mehrkosten von rund 40’000 Franken. (lah)

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