Ein Säbelzahntiger für das Gossauer Indianermuseum
Seit dieser Woche ist das Indian Land Museum in Gossau um ein Ausstellungsstück reicher: Ein lebensgrosser Säbelzahntiger thront mächtig über einer Höhle, in der Nähe eine Gruppe von Neandertaler-Jäger.
Museumsleiter Vincent Escriba ist sichtlich stolz auf den Neuzugang. «Bisher war im Museum nur der Schädel eines Säbelzahntigers zu sehen – jetzt kann man das ganze Tier bestaunen.» Und dieses ist vom Kopf bis zur Schwanzspitze gemessen über zwei Meter lang
Säbelzahntiger starben vor rund 12’000 Jahren aus. Das Tier das in Gossau gezeigt wird, sieht indes so echt aus, als würde es im nächsten Moment auf- und davonspringen. Gefertigt wurde es 2004 in den USA aus verschiedenen Fellen.
Mehrere Jahre wurde es in diversen Museen in Amerika ausgestellt . Danach war der Tiger an wechselnden Orten in Europa zu sehen, bevor Vincent Escriba es für seine Sammlung kaufen konnte. «Mit etwas Glück», sagt dieser zufrieden. «Nun ist in der Steinzeitausstellung neben den Neandertalern auch ein Tier im Massstab eins zu eins zu sehen.»
Führungen komplett eingebrochen
Zu diesem Teil der Ausstellung im Indian Land Museum gehört der Säbelzahntiger fortan –einer von vier Teilen, die erst vor zwei Jahren im Museum eröffnet wurden. Neben der Steinzeitausstellung kamen Ausstellungen über Indianerwaffen, südamerikanische Indianerstämme und Tierknochen aus der Urzeit dazu.
Indianermuseum verpasst sein 25-Jahr-Jubiläum
31.05.2020

Wiedereröffnung in Gossau
Es hätte ein grosses Jahr werden sollen fürs Indianermuseum Indian Land Gossau. Beitrag in Merkliste speichern Eigentlich wollte Escriba damals im gleichen Zug das 25-Jahr-Jubiläum des Museums feiern. Doch mit der Pandemie fiel dieses Vorhaben ins Wasser. Allgemein habe sich das Museum noch immer nicht von der Krise erholt.
«Die Lockdowns haben uns natürlich zu schaffen gemacht», sagt Escriba. Und auch als das Museum wieder öffnen durfte, habe sich das Interesse in sehr kleinem Rahmen gehalten. Normalerweise mache er 60 bis 80 Führungen im Jahr, vorwiegend für Schulklassen – 2020 keine einzige. «Und seither nur vereinzelt», sagt Escriba.
Besucher müssen abgewiesen werden
Es gebe Tage, an denen schaue gerade einmal ein Besucher vorbei. «Und manchmal kommen zwar ein paar Leute, die wir aber abweisen müssen, weil sie kein Zertifikat haben. Das ist dann schon ärgerlich.»
Von der Gemeinde Gossau wird das Indian Land Museum seit je her unterstützt, sowohl finanziell als auch «geistig», wie es der Museumsleiter ausdrückt. «Auch der gute Gedanke zählt. Dafür bin ich sehr dankbar.» Und auf sein Team, alles freiwillige Helfer, sei ebenfalls Verlass. «Wir suchen auch immer wieder neue, lässige Leute, die sich bei uns engagieren möchten.»
Nun hofft Vincent Escriba, dass der neue Säbelzahntiger neue Besucher anlockt. «Es sind ja schliesslich vielerorts Sportferien – da könnte man auch mal ein Museum besuchen, wenn man nicht gerade auf der Skipiste ist.»
Diese schwierige Zeit fordere das Museum und die Mitwirkende ziemlich stark. «A ber aufgeben kommt nicht in Frage. »
Das Indian Land Museum in Gossau hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Kultur der nordamerikanischen Ureinwohner durch seine Sammlung zu erhalten und den interessierten Besuchern indianisches Denken und Handeln zu vermitteln. Die Ausstellung ist jeweils Mittwoch, Samstag und Sonntag von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Weitere Informationen unter www.indianland.ch .
