Politik

Grüne Uster wollen geplante Hauptverkehrsachse canceln

Mit der einer Initiative wollen die Ustermer Grünen erreichen, dass die geplante Moosackerstrasse aus dem kantonalen Richtplan verschwindet. Ist dies das Ende einer jahrelangen Strassenplanung?

Grüne Uster wollen geplante Hauptverkehrsachse canceln

Seit über 50 Jahren ist der Bau der sogenannten Moosackerstrasse in Uster schon geplant. Es handelt sich dabei um eine mögliche Hauptverkehrsstrasse. 2018 sagte der Ustermer Gemeinderat Jürg Krauer (FDP) gegenüber dieser Zeitung: «Die Moosackerstrasse ist ein wichtiger Puzzlestein zur Entlastung des Zentrums vom Durchgangsverkehr und muss daher so schnell wie möglich realisiert werden.» Doch sie existiert noch immer nur auf dem Papier.

Auch dort gehört sie nicht hin, findet die Grüne Partei Uster. Sie lancierte eine Initiative, die den Stadtrat dazu auffordern soll, eine Streichung der Moosackerstrasse im kantonalen Richtplan zu beantragen. Das schreibt sie in einer Mitteilung vom 8. Februar.

Verlust Kulturland oder aufgewertetes Zentrum?

Die Moosackerstrasse würde Mehrverkehr mit sich bringen, wovon mehrere Strassen wie die Winterthurer- oder Berchtoldstrasse betroffen wären. Zudem würde «im Süden von Uster wertvolles Kulturland und wichtiges Naherholungsgebiet verloren gehen», steht in der Mitteilung.

Die Ustermer Stimmberechtigten hätten mit der Annahme der Gemeindeordnung zum Ausdruck gebracht, dass die Stadt auf öffentlichen Verkehr, Fuss- und Veloverkehr setzen und Kulturland sichern soll.

Ergebnisse kantonale Machbarkeitsstudie Moosackerstrasse in Uster von 2014

Jürg Krauer wollte 2018 mit einer Anfrage an den Stadtrat bewirken, dass sich dieser für eine baldige Realisierung der Strasse einsetzt. In der Antwort des Stadtrats steht, dass eine kantonale Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2014 ergeben hat, dass mit der neuen Strasse die Achsen Talacker-, Zentral-, Apotheker- und Zürichstrasse entlastet werden (siehe Grafik). Weiter würde das eine Aufwertung des Zentrums von Uster zur Folge haben.

Andererseits seien gemäss dem Stadtrat der Bau der Moosackerstrasse mit Mehrbelastungen bei der Wil-, Blindenholz-, Steig- und Wermatswilerstrasse verbunden. Hinzu komme die Belastung des Knotens Zürich-, Berchtold-, Wilstrasse, des sogenannten «Nashornkreisel».  Konkrete Massnahmen seien zurzeit keine vorgesehen, so der Stadtrat damals.

Die Mitinitiantin Debora Zahn (Grüne) sagt: «Wir schaffen es nicht, den Klimawandel aufzuhalten und die Biodiversität zu schützen, wenn wir gleichzeitig immer noch mehr Strassen bauen.» (npl)

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