«Ethik küsst Ästhetik.» – Zu deutsch: Das moralische Handeln tritt in oralen Körperkontakt mit der Lehre von Schönheit sowie der Gesetzmässigkeit und Harmonie in Natur und Kunst. Das steht auf der Schaufensterscheibe eines Geschäfts und wirbt für nachhaltig designte Produkte.
Ob der werberisch wirksame Text zutrifft oder nicht, kann und will ich nicht beurteilen. Mir ist der Satz in die Augen gesprungen, hat mich veranlasst, die Auslage zu betrachten.
Diese Werbung hat bei mir funktioniert, hat mein Interesse erregt und somit ihren Zweck voll und ganz erfüllt. Ich überlegte, wie ich beeinflussbar bin, wie Reklame bei mir ankommt. Fazit: Ich bin durchaus empfänglich für prägnante, überraschende, faszinierende oder witzige Texte.
«Mein Döner ist schöner» hat mich in Berlin verleitet, einen zu essen; «Fleisch aus besonders artgerechter Tierhaltung» liess mich darüber nachdenken, ob es «gerechter» als «gerecht» geben kann; «Ich bin doch nicht blöd», Werbebotschaft eines Elektromarktes macht mich und hunderttausend Andere, zum Idioten, weil wir dort nicht kaufen.
Ob emotional, bunt, anregend oder abstossend – ich denke den Werbern ist es egal, wie sie ankommen. Hauptsache, ihre Wortgebilde fallen auf. Ich kann ja selber entscheiden, was ich will.

