Politik

Hinwiler Kinderzirkus mit brandheisser Premiere

Manege frei! 25 Artisten des Hinwiler Kinderzirkus zeigten eine gelungene Premiere ihres neuen Stücks «Die Zauberreise». Mitunter ein spezielles Programm.

Hinwiler Kinderzirkus mit brandheisser Premiere

Hirschensaal in Hinwil, Samstagnachmittag. Um 13.30 Uhr geht es endlich los. 214 Eltern, Grosseltern und Geschwister der 25 Artisten und Artistinnen sind gespannt wie ein Pfeilbogen: Wie läuft die Zirkus-Premiere auf der Hirschen-Bühne?

Die 25 Kinder und Teenies, die wohl alle von einer grossen Zirkus-Karriere träumen, sind zwischen 8 und 15 Jahre alt. Das weibliche Geschlecht ist klar in der Überzahl – 20 Mädchen und fünf Buben sind für ihre zahlreichen Auftritte bereit.

Eine kleine Zeitreise

Daniela Janssen, Präsidentin des Hinwiler Kinderzirkus HIKIZI, begrüsst die Gäste: «Schön, dass ihr alle gekommen seid. Wir gehen jetzt miteinander auf Zeitreise.»

Der rote Faden im Programm: Zaubermeister Pedro führt eine Zauberschule. Bei der Aufführung im Hirschensaal findet die Abschlussprüfung für vier Zauberlehrlinge statt. Als Zuschauer auf der Bühne sind immer auch Pedros Tochter Nella und ihre drei Freunde. Zusammen gehen Pedro und die vier Kinder auf Weltreise.

In einem Flugzeug. Untermalt vom Song «Papa was a Rolling Stone», dem Welthit der US-Gruppe «The Temptations» aus dem Jahre 1972. Die im Saal anwesenden Grosseltern werden sich daran erinnert haben. Sie klatschen sofort begeistert mit.

Körper in vier geteilt

Auf der Bühne geht’s mit einer Top-Nummer los. Sie heisst im Original auf Englisch «Mismade Girl Illusion». Eine Nummer des US-amerikanischen Magiers Chuck Jones. Die Hinwiler nennen es «Viergeteiltes Mädchen». Ein weiblicher Teenie wird in einen engen Schrank, der aus vier Holz-Klötzen gebildet wird, eingeschlossen. Die vier Klötze sind durchnummeriert.

Danach schieben die Artisten Metall-Platten zwischen die vier Klötze. Das Mädchen wird sinnbildlich durchsägt. Die vier Holz-Kisten werden durcheinandergemischt – und am Schluss wieder in der ursprünglichen Formation aufeinandergestellt. Und siehe da! Das Mädchen ist nicht in vier Stücke geteilt, sondern kommt unversehrt wieder aus dem Schrank hervor. Eine eindrückliche Nummer, immer wieder verblüffend.

Ringtänze in der Luft

Es folgen die Aerials, die an in der Luft hängenden Ringen tanzen. Schlangenfrau Nina Burri, die Schweizer Kontorsionistin, hätte ihre Freude gehabt.

Auch Seiltänzerinnen dürfen nicht fehlen. Die Kleinste hat zwar offenbar noch ein wenig wacklige Beine, doch sie schafft die Nummer auf dem Seil. Und wird mit warmem Applaus eingedeckt. Als später die Zweitjüngste vom Seil purzelt, stört es niemanden im Saal. Ausser wahrscheinlich die engsten Verwandten.

Konkurrenz für Biellmann

In der Nummer «Aerobics» denkt man an die Eiskunstläuferin Denise Biellmann. Das eine Bein der Artistin berührt den Hinterkopf. Starke Nummer.

Die 214 Fans schauen gebannt. Ausser ein paar wenigen. Immer wieder sind Mütter mit ihren Kleinkindern auf dem Weg zu den Toiletten unterwegs. Einige Kleine schreien nach ihren Liebsten.

Von der UdSSR bis nach Rom

Bei der Einhorn-Parade überzeugen die jungen Künstlerinnen und Künstlern mit Einrädern. Zum Schluss der Nummer wirbeln sie auf acht Einrädern über die Bühne.

Die Reise geht weiter. Und wieder klatschen die ZuschauerInnen zum Rhythmus von «Papa was a Rolling Stone». Es geht in die ehemalige UdSSR. 12 Teenies tanzen als Kosaken den Kasatschok, einen Tanz der russischen und ukrainischen Wehrbauern. Typisch dabei sind die vor die Brust gekreuzten Arme. Und die Wechselsprünge zwischen gestrecktem und angewinkeltem Bein aus der Hocke. Eine Nummer, die viel Muskelkraft erfordert.

Weiter geht’s für Zaubermeister Pedro und seine vier Kinder nach Mexiko. «Los Amigos» nennt sich die Nummer. Wieder kommen acht Einräder zum Einsatz. Die Artisten tragen Sombreros. Zwei Amigos schwingen auf dem Einrad ein Seil, ein dritter springt mit seinem Einrad durch das schwingende Seil. Stark.

Von Mexiko geht die Zauberreise nach China. Die Endstation ist die italienische Hauptstadt Rom. In der Nummer «I Gladiatori» sind die Teenies als römische Gladiatoren verkleidet. Und sie schwingen bis zu dreissig brennende Fackeln. Wahrlich ein brandheisses Programm. Vor allem, weil zwischendurch auch mal eine Fackel zu Boden fliegt. Kein Problem, die Branddecke ist schnell zur Stelle. Nichts ist passiert.

Ein gelungener Abschluss

Die Schlussnummer gibt’s auf vier Rädern. Mit acht Mädchen, die in Italiens Landesfarben Rot-Weiss-Grün eine Pyramide bilden. Nach 2 Stunden und 40 Minuten Zirkus auf höchstem Niveau ist Schluss. Das Schlusswort von Direktorin Janssen an die Masken-tragenden Zuschauer: «Wenigstens konnten wir so ein wenig reisen. Danke für die wunderschöne Reise!»

Übrigens: HIKIZI gibt es seit bereits 40 Jahren. Den Kinderzirkus, der am Abend seine zweite Vorstellung aufführte, kann man buchen: Für Hochzeiten, Firmenfeste und Ähnliches.

(Max Kern)

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