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Baustart nach vier Jahrzehnten Planung

Jetzt geht es los mit den Bauarbeiten für das Mehrzweckgebäude neben der Oberen Mühle in Dübendorf. Am Freitag fand der gut gelaunte Spatenstich statt – ein Jahr später als vorgesehen.

Der Aushub kann beginnen (von links): André Ingold, Jürgen Besmer und Benjamin Widmer., Und es geht gleich weiter mit (von links): Cornelia Schwarz, Hans-Rudolf Baumberger und André Ingold., So soll der «Speicher» dereinst aussehen., Und hier wird er hinkommen., Stadtpräsident André Ingold begrüsst die rund 50 geladenen Gäste., Die Anwesenden konzentrieren sich auf die Ansprache, danach geht es weiter mit dem Zuprosten., Hans-Rudolf Baumberger (links), Cornelia Schwarz und Tom Fink vom Theater Einhorn., Mit Konzertbestuhlung werden im Saal 300 Personen Platz haben., Als das Geschäft im Herbst 2019 in den Gemeinderat kam, empfingen die Kulturvereine die Parlamentarier mit Blumen., Rund 100 Zuschauer sorgten für eine Stimmung wie an einer Gemeindeversammlung, nur dass sie am Schluss nicht abstimmen konnten.

Archivfoto: Thomas Bacher

Baustart nach vier Jahrzehnten Planung

Der Unterschied hätte kaum grösser sein können. Anfang Woche die Schlagzeilen wegen den Missständen im Dübendorfer Sozialbereich, Betroffenheit, müde Gesichter, Kritik von allen Seiten. Und jetzt, am Freitag, auf dem Vorplatz des Kulturzentrums Obere Mühle: fröhliches Geplauder, Lachen, klirrende Gläser, parfümierte Menschen, Kaiserwetter.

Anlass war der Spatenstich für das Mehrzweckgebäude «Speicher». Die Dübendorfer Stimmberechtigten haben dem 8,5-Millionen-Projekt im Februar 2020 das Ja-Wort gegeben, wenn auch äusserst knapp. 315 Stimmen machten am Ende den Unterschied aus.

Verzögerung wegen Rekurs

Dass Stadtpräsident André Ingold (SVP) erst zwei Jahre nach der Abstimmung die geladenen Gäste zum offiziellen Baubeginn begrüssen konnte, liegt zu einem grossen Teil an einem Rekurs gegen mehrere Details des Vorhabens, der mit einer gütlichen Einigung endete. Und zu einem kleinen Teil daran, dass die Verantwortlichen nicht kurz vor dem Winter und den Feiertagen die Baumaschinen auffahren lassen wollten.

Ein Brand änderte alles

Letztlich war diese Verzögerung aber nur eine kleine Episode, wie Ingold mit seinem Rückblick auf die Geschichte des Projekts deutlich machte. So geht die Idee für das Vorhaben auf das Jahr 1985 und die Initiative «Für ein Kulturzentrum Obere Mühle» von alt Stadtrat Hans-Rudolf Baumberger zurück.

Die Obere Mühle selber wurde zwar umgebaut und 1990 eröffnet. Der geplante Saal aber hat man nie realisiert. Dafür vorgesehen war das benachbarte Ökonomiegebäude, das 1994 abbrannte. Zwei Neubauprojekte scheiterten 1996 und 1998.

Zu klein für einen Gewinn

Dadurch verstärkte sich in der wachsenden Stadt die Raumknappheit für die Vereine. Und die Betreiber des Kulturzentrums waren in ihrer Programmgestaltung eingeschränkt, weil sie nur den deutlich kleineren Saal im Dachstock des Gebäudes zur Verfügung hatten.

Ingold wies in seiner Ansprache zwar darauf hin, dass sich die Obere Mühle «trotz der beengten Verhältnisse zu einem professionellen Kultur- und Begegnungszentrum mit überregionaler Ausstrahlung» entwickelt habe. Ein Problem aber bestand immer: Aufgrund der reglementierten Besucherzahlen waren die Einnahmen beschränkt.

Enthusiasmus beim Aushub

Und nun also der «Speicher» – ein Saal für 300 Personen, dazu Probe- und Lagerräume sowie eine Küche. Dass Veranstalter und Vereine künftig von modernster Bühnentechnik profitieren können, verdanken sie dem kantonalen Lotteriefonds, der sich mit 440’000 Franken beteiligt.

Den Spatenstich nahm Ingold zusammen mit Tiefbauvorstand Jürgen Besmer (FDP) und Benjamin Widmer vom verantwortlichen Architekturbüro Bernath und Widmer vor. Dann gleich noch einen mit Hansruedi Baumberger und Cornelia Schwarz vom Stiftungsrat der Oberen Mühle.

Und weil mehrere Gäste den Baubeginn offensichtlich kaum abwarten konnten, gingen die Aushubarbeiten danach gleich weiter. Ob sich dieser Enthusiasmus auf die Bauzeit auswirken wird, muss sich allerdings noch zeigen. Gemäss aktueller Planung ist die Fertigstellung für Ende Mai 2023 vorgesehen; ab Sommer 2023 dürfte das Gebäude dann bezugsbereit sein. 

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