Früher war es so: Sobald im Dübendorfer Parlament der Sozialbereich zur Sprache kam, flogen die Fetzen. Von links hagelte es Vorwürfe und Kritik in Richtung von Sozialvorsteherin Jacqueline Hofer (SVP) und anderen Verantwortlichen im Bereich Soziales. Von rechts kamen gehässige Aussagen zurück, das alles sei doch bloss verleumderisches Wahlkampfgetöse.
Am Montag war es anders, obwohl die Politikerinnen und Politiker den ganzen Abend über nichts anderes als über die Missstände und Verfehlungen in der Sozialhilfe sprachen. Anlass war die Administrativuntersuchung, deren lange erwartetes Ergebnis dem Gemeinderat vorgelegt wurde.
Die Erleichterung, dass dieses Kapitel erst einmal abgeschlossen ist – und man nun in die Zukunft schauen kann –, war deutlich spürbar. Und so wurde am Ende auch die Spezialkommission, welche die Untersuchung während Monaten begleitet hat, einstimmig aufgelöst. Ohne Vergangenheitsbewältigung ging es aber natürlich nicht.
Öffentlich entschuldigt
Im Urteil darüber, was der Bericht zutage gefördert hat, war man sich im Rat weitgehend einig. Mehrere Parlamentarier zeigten sich «tief betroffen», andere waren «schockiert». Und einige entschuldigten sich auch öffentlich und im Namen der Stadt bei den betroffenen Klienten und Mitarbeitern in der Sozialhilfe.

