Das Ergebnis der mehrmonatigen Administrativuntersuchung im Bereich Sozialhilfe liegt vor – und sowohl der Dübendorf Stadtrat als auch die begleitende Spezialkommission sind «überrascht» und «konsterniert». Dies aufgrund des Ausmasses und der Tragweite der auf verschiedenen Ebenen festgestellten systematischen Verfehlungen und strukturellen Mängel. Tatsächlich sind die Missstände haarsträubend.
Der Bericht des Rechtsprofessors Tomas Poledna zeigt ein eklatantes Führungsversagen auf verschiedenen Ebenen auf. So haben der ehemalige Leiter Soziales und die Leiterin der Sozialhilfe wiederholt eigenmächtig und ohne rechtliche Grundlagen agiert und sich um Vorgaben und Empfehlung der politischen Vorgesetzten Jacqueline Hofer (SVP) und des Stadtrates foutiert.
Verdacht auf Verletzung des Amtsgeheimnisses
Auch ist jetzt klar, dass diverse Sicherungs- und Kontrollmechanismen nicht gegriffen haben. So wurden Kosten über Jahre falsch verbucht. Die Dossier- und Protokollführung war mangelhaft. In Notwohnungen und Asylunterkünften wurden teils unhaltbare Zustände festgestellt. Strafrechtliche Relevanz hat der Verdacht auf Verletzung des Amtsgeheimnisses.
Es erstaunt nicht, dass sich unter diesen Voraussetzungen auf dem Sozialamt eine toxische Arbeitskultur entwickeln konnte. Und dass es, nachdem gravierende Missstände durch den «Tages-Anzeiger» publik wurden, zu einem massiven Vertrauensverlust in die Arbeit der Sozialhilfe seitens der Öffentlichkeit und vor allem der Klienten kam.

