Einkaufen, Arbeiten und Wohnen im Zentrum
Eine ganze Reihe von Rekursen hat über Jahre hinweg das Neubauprojekt Metropol blockiert. Doch nach dem Einstieg der Bauentwicklerin Halter AG vor zwei Jahren ist es nun rasch vorwärts gegangen. «Wir haben zusammen mit dem Wetziker Architekturbüro Meierpartner das Projekt neu positioniert. Anstelle des zuvor vorgesehenen Einkaufszentrums realisieren wir nun eine neue Zentrumsüberbauung», meint Robin Neuhaus, Projektleiter Entwicklungen bei der Halter AG.
Aus der 1972 eröffneten «Trompete» wird das «Metropol». Vom Altbau erhalten bleiben lediglich die Wände im Untergeschoss, der Schutzraum und die Bodenplatte. Damit entsteht das Metropol auf dem Fundament der Trompete.
Gemischte Nutzung
Nicht mehr die Läden stehen nun im Vordergrund, sondern eine breit gemischte Nutzung. In zwei Etappen wird Platz für Geschäfte, Restaurants, für Gesundheitsangebote, aber auch für Dienstleistungsbetriebe und Büros geschaffen.
In den darüberliegenden Stockwerken befinden sich rund 150 Mietwohnungen in der Grösse von 2,5 bis 4,5-Zimmer. Im zweiten Obergeschoss werden künftig Kleinwohnungen liegen, in denen nach dem «Movement»-Konzept auf Knopfdruck Raummodule verschoben werden können. Als Zielgruppe für diese 32 bis 42 Quadratmeter grossen Wohnungen sind laut Neuhaus Singles, Wochenend- und Wochenaufenthalter, Expats, «moderne Nomaden» vorgesehen. In den neun sechs- bis siebenstöckigen Türmen darüber befinden sich die konventionellen Wohnungen.
Mit rund 26 Metern Höhe werden die beiden höchsten Türme den heute bestehenden einen Wohnblock um rund zwei Meter übertreffen. Auf dem gut 9000 Quadratmeter grossen Areal zwischen Bahnhof- und Tödistrasse entstehen rund 18’300 Quadratmeter vermietbare Fläche.
Investition von 138 Millionen Franken
Anfang September 2021 erhielt die Totalunternehmerin Halter AG die Baubewilligung für das Grossvorhaben. Damit konnte auch die Eigentumsübertragung stattfinden, denn für das Vorhaben braucht es eine finanzkräftige Investorin. Die Turintra AG, ein UBS-Fonds, hat das Grundstück von der City Center Wetzikon übernommen. Die neue Besitzerin wird 138 Millionen Franken in Wetzikon investieren. Die neue Inhaberin hat schon einige Projekte dieser Grössenordnung realisiert, zuletzt das Hochhaus Claraturm in Basel oder das Zwicky Zentrum in Wallisellen.
Vor wenigen Tagen sind auf dem Gelände nun die Bagger aufgefahren. Am Montag ist der eigentliche Baustart für die erste Etappe erfolgt, die den nördlichen Teil des Geländes umfasst. Jetzt findet der Aushub zur Tödistrasse hin statt. In zwei Wochen geht es dann den alten Gebäuden selbst an den Kragen. Im Frühjahr erfolgt der Start für die Rohbauarbeiten für den Hochbau der ersten Etappe. Der Bezug der ersten Etappe ist für den November 2023 geplant, die zweite Etappe wird voraussichtlich im November 2025 bezugsbereit sein.
Etappierung für bisherige Mieter
Die Etappierung bietet laut Emanuel Wanzek, dem Projektleiter Planung und Realisierung, den Vorteil, dass jetzige Mieter wie das Activ Fitness der Migros oder die Zahnarztpraxis Denticus ihren Betrieb aufrecht erhalten können. Wenn die ersten vier Türme hochgezogen sind, werden sie in jenen Gebäudeteil wechseln. Damit diese bestehenden Angebote ununterbrochen funktionieren können, mussten laut Wanzek spezielle Strom- und Wasseranschlüsse installiert werden.
Für die neue Überbauung besteht offenbar grosses Interesse. «Bis auf 320 Quadratmeter sind in ersten Etappe schon alle Laden- und Büroflächen vermietet», betont Neuhaus. Mit Scholl Uhren & Schmuck, der seinen Laden und das Atelier verlegen wird, gibt es auch schon einen Mieter für die zweite Etappe.
Gasse, Platz und Treppe
Ein wesentliches Element des überarbeiteten Metropol-Projektes bilden die öffentlich zugänglichen Flächen. Statt einer gedeckten Mall wird es eine offene Stadtgasse geben, die von kleineren Geschäften gesäumt sein wird. Zudem wird zur Bahnhofstrasse hin ein Stadtplatz erstellt.
Und schliesslich wird eine «spanische Treppe» mit 50 Stufen als Querverbindung zwischen der Bahnhofstrasse und dem Jörg-Schneider-Park sowie der gewerblichen Berufsschule Wetzikon gebaut.
Eine solche Verbindung hätten sich die beiden Oberländer Neuhaus und Wanzek schon früher gewünscht. Beide Ingenieure besuchten einst diese Berufsschule. In die Treppe integriert ist ein Lift mit drei Stopps, auf Platzhöhe, auf der etwas erhöhten Ladengasse und dem Ausgang zur Tödistrasse hin.
Bei der neuen städtischen Überbauung wird aber nicht nur an die Fussgänger, sondern auch an die Velofahrer gedacht. Für sie werden 450 Veloparkplätze errichtet. Für Auto- und Töfffahrer wird es 190 Parkfelder geben.
