Das neue ZO-Medienhaus wächst jetzt in die Höhe
Vor 90 Jahren fand die Einweihung des alten Druck- und Verlagshauses an der Rapperswilerstrasse in Wetzikon statt. Im letzten Jahr wurde es dem Erdboden gleichgemacht und Stück für Stück abgetragen und entsorgt. Es entstand die mittlerweile zum Stadtbild gehörende riesige Baugrube direkt am Bahnhof, auf der das neue ZO-Medienhaus zu stehen kommen wird.
Nach dem Abriss ist man nun am tiefsten Punkt des Baus angelangt, wie Verwaltungsratspräsidentin Karin Lenzlinger am Samstag vor Aktionären, Mitarbeitern und geladenen Gästen sagte. Von nun an geht es wieder aufwärts und das grosse Gebäude könne nun in die Höhe wachsen, etwa so, wie es die Nachbarbauten der Bank Avera bereits sind.
Ein neues Stück Wetzikon
Auf rund 5000 Quadratmetern Nutzfläche entsteht hier in den nächsten zwei Jahren ein neues Stück Wetzikon, ein moderner Glasbau, in dessen Parterre dereinst auch wieder die ZO Medien AG mit Redaktion und Verlag untergebracht sein werden.
Karin Lenzlinger dankte an der Grundsteinlegung allen Beteiligten – den Architekten, der Bauleitung, den Unternehmern – für die gute Zusammenarbeit. Erfreut zeigte sie sich auch darüber, dass bereits reges Interesse an den Gewerbeflächen und den rund 60 Wohnungen bestehen.
«Es ist ein Meilenstein in der 170-jährigen Firmengeschichte»
Jürg Kägi, Präsident der Baukommission
Unter www.newsstreetone.ch kann man das Projekt anschauen und via Webcam den Baufortschritt verfolgen. Es soll ein offenes Gebäude werden mit einem öffentlichen Durchgang, viel Freiplätzen und Grünraum. Ein Ort, an dem man sich auch begegnen kann.
Grosser Moment
Jürg Kägi, der langjährige Vizepräsident des ZO-Verwaltungsrates, amtet seit Beginn als Präsident der Baukommission. Es sei ein grosser Moment in der 170-jährigen Geschichte des Unternehmens, nun den Grundstein für das neue Gebäude zu legen.
Auch wenn man heute denke, es dauere alles länger: Wie vor 90 Jahren habe es von Planungsbeginn bis zur Grundsteinlegung sieben Jahre gedauert.
Bau mit Überraschungen
Er sei froh, dass die letzten sechs Monate auf der Baustelle unfallfrei über die Bühne gegangen seien. Überraschungen gab es aber trotzdem: zum Beispiel eine undichte Wasserleitung, die zutage gefördert worden war und eine regelrechte Überschwemmung verursacht hatte – und die wohl schon ein Weilchen undicht war.
Aber zum Glück wurde sie dank den Bauarbeiten entdeckt und konnte durch die Stadtwerke geflickt werden.
«Subtile Büez»
Ein weitere Herausforderung war die fachgerechte Entsorgung des Abbruch- und Aushubmaterials, wie Jürg Kägi weiter erklärte. Von den rund 9000 Kubikmetern Aushub und 4000 Kubikmetern Beton waren rund 1700 Kubikmeter mit Altlasten belastet.
Alles sei Stück für Stück auseinandergenommen und sortiert worden. «Das war eine subtile Büez», wie Kägi sagte, welche auch die beteiligten Unternehmen gefordert habe.
In der bitteren Kälte folgte der offizielle Akt. Lenzlinger und Kägi versenkten die Zeitkapsel im vorgesehenen Loch, und mit vereinten Kräften wurde sie eingekiest und einbetoniert. Erst nach getaner Arbeit gabs Suppe, Tee und Prosecco.
Was ist drin?
Einbetoniert in den Grundstein wurde eine sogenannte Zeitkapsel, die vielleicht in hundert oder mehr Jahren wieder ausgegraben wird. Darin sind:
– der Jurybericht des Projektwettbewerbs
– die Korrespondenz mit der Stadt
– Bau- und Projektpläne
– Baubeschriebe
– der Geschäftsbericht der ZO-Medien AG 2020
– eine Ausgabe des «ZO» vom Samstag mit dem historischen Bericht von Christian Brändli
– zahlreiche Fotos
– ein Fünfliber
Alles vakuumiert und gut verpackt.
