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Politik

«Eigentlich sind wir ja weder ein Testcenter noch eine Kinderarztpraxis»

Corona-Massnahmen, vakante Stellen und immer wieder neue Regelungen setzen der Primarschule Dübendorf aktuell stark zu. Frage an Karin Zulliger, Leiterin Bildung: Ist die schulische Ausbildung der Kinder unter diesen Voraussetzungen noch gewährleistet?

Frau Zulliger, auf einer Skala von eins bis zehn: Wie gestresst sind Sie gerade?
Karin Zulliger: Sagen wir mal sechs. Oder vielleicht sieben. Auf jeden Fall hat die Belastung durch Corona in allen Bereichen und für alle involvierten Personen sehr stark zugenommen und ist mittlerweile auf einem Level, das nicht gut ist für eine Schule. Denn eigentlich sind wir ja weder ein Testcenter noch eine Kinderarztpraxis. Allein schon über die aktuellen Regelungen und Massnahmen informiert zu bleiben, ist ein riesiger Aufwand.

Wie läuft es mit den Pooltests?
Die Tests an sich sind nicht das Problem. Aber wenn wir, wie letzte Woche, 37 positive Poolproben haben, und in jedem Pool sind acht bis zehn Schülerinnen und Schüler, dann müssen wir in jeder Familie nachfragen, was der Einzeltest ergeben hat. Ich frage mich schon, wie lange wir das noch aufrechterhalten können, wenn das so weitergeht.

«Vor diesem Hintergrund steht dem grossen Aufwand für Pooltests aktuell nur ein beschränkter Nutzen gegenüber

Erachten Sie Pooltests als sinnvoll?
Im Moment schon noch, auch weil sich an der Primarschule Dübendorf über 90 Prozent der Kinder beteiligen, was ein guter Wert ist. Allerdings dauert es teilweise sehr lange, bis das Ergebnis der Einzeltests vorliegt. Da wartet man in manchen Fällen schon mal fünf Tage. Vor diesem Hintergrund steht dem grossen Aufwand aktuell nur ein beschränkter Nutzen gegenüber . Letztlich begrüsse ich jede Massnahme, die einen Lockdown in den Schulen verhindern hilft. Denn Schulschliessungen sind die Ultima Ratio – auch wenn wir jetzt bezüglich IT-Infrastruktur sehr gut aufgestellt sind. So hat zum Beispiel mittlerweile jedes Kind in der Mittelstufe ein eigenes Tablet.

Erwischt es mit der Omikron-Variante nicht früher oder später jedes Kind?
Das ist die grosse Frage. An den Primarschulen im Kanton Zürich gilt zwar seit Anfang Jahr die Maskenpflicht auch auf die Unterstufe, aber es ist natürlich eine Illusion, zu glauben, dass die jüngsten Schüler die Maske immer korrekt tragen. Und im Kindergarten sind Masken dann wirklich nicht mehr sinnvoll, zu diesem Schluss gelangte das Volksschulamt wie auch die Schulpflege . Auch ich finde die Situation im Kindergarten schwierig . Insgesamt bin ich aber froh, dass der Kanton die Richtung für die Schulen vorgibt. Denn das nimmt im Gespräch mit Eltern, die sich teilweise viel härtere oder weniger Massnahmen wünschen, schon viel Druck weg.

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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