Politik

«Durch die Pandemie erleben wir weniger gemeinsam»

Fällandens Gemeindepräsident Tobias Diener (FDP) freut sich über das neue Gemeinschaftszentrum und ist bereit dazu, die Pandemiesituation als «new normal» anzuerkennen. Das Bevölkerungswachstum sieht er als Herausforderung.

«Durch die Pandemie erleben wir weniger gemeinsam»

Herr Diener, das zweite Corona-Jahr ist zu Ende, welche Auswirkungen hatte die Pandemie auf Fällanden?
Tobias Diener: Der Zusammenhalt in einer Gemeinde lebt davon, dass man sich kennt und Gemeinsames erlebt. Durch die Pandemie erleben wir weniger gemeinsam. Daraus ergeben sich zwei Gefahren: Erstens kann die Identifikation mit der Gemeinde verloren gehen und damit auch die Bereitschaft zu jeglichem Milizengagement. Zweitens wird die Situation der Vereine im Hinblick auf die Gewinnung von Neumitgliedern noch schwieriger, was die Existenz der Vereine gefährden kann. Finanziell war die Auswirkung auf die Gemeinde weniger stark als befürchtet.

Welches war 2021 das wichtigste Ereignis in Fällanden?
Trotz Pandemie konnten wir im Spätsommer unser neues Gemeinschaftszentrum eröffnen. Damit schufen wir eine Plattform, welche viele Menschen zusammenbringt und die Veranstaltungen zu unterschiedlichsten Themen anbietet.

Was war Ihr persönlicher Höhepunkt des vergangenen Jahres?
Zur Frage, wie das zukünftige Zentrum von Fällanden aussehen soll, führten wir zwei Bevölkerungsworkshops durch. Die vielen Teilnehmenden und das echte Engagement bei der Gestaltung der Zukunft unserer Gemeinde war ein Highlight.

Welche Herausforderungen kommen auf Fällanden zu?
Die Bevölkerung von Fällanden wächst weiter und wir werden bald über 10’000 Einwohner haben. Wir müssen die Infrastruktur vorausschauend planen und anpassen – vor allem Schulhäuser und öffentlicher Verkehr –, was erhebliche Investitionen bedingen wird.

Was wünschen Sie sich für das Jahr 2022?
Erstens wünsche ich mir im Rahmen der Erneuerungswahlen einen Wahlkampf, welcher leidenschaftlich und sachbezogen geführt wird und der Bevölkerung eine echte Wahl bietet.  Zweitens, dass wir im Projekt Zentrumsentwicklung/Zukunft Gemeindehaus den Austausch mit der Bevölkerung aufrechterhalten und damit das Zwischenziel der Beantragung eines Planungskredits an die Gemeindeversammlung spätestens Anfang 2023 erreichen.  Drittens ist es denkbar, dass die Pandemie uns noch länger beschäftigt, als wir uns das erhoffen. Ich wünsche mir für diesen Fall, dass wir den Mut haben, die Pandemiesituation als «new normal» anzuerkennen und dass wir konstruktive und kreative Wege finden, wie wir trotz Pandemie das Gemeinschaftsleben aktiv gestalten können.

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