Zurücklehnen und geniessen? Das geht definitiv anders. Wer einen gemütlichen Samstagabend erleben will, kann sich in der warmen Stube vor dem Bildschirm «Quiz ohne Grenzen» oder den US-Fantasy-Film «Die Schöne und das Biest» reinziehen.
Bei der Tanz-Performance der beiden Theater-Pädagoginnen Franca Stengl und Martina Schaub ist dagegen Denkarbeit gefordert – und warme Kleider. Mit zweiwöchiger Verspätung fand die Uraufführung am Samstagabend in Nänikon in der Alten Giesserei statt. Zwei der vier Tänzer waren an Corona erkrankt. Wer an der Uraufführung den 60-minütigen Kraftakt von Tänzerin Gabriela Raaflaub erlebte, kann dies kaum glauben.
Stimmen von Opfern
Der Titel des Programms: durchs Netz. Die Macherinnen schreiben dazu im Programm: «Netz. Struktur. Verlust. Chaos. Neuordnung. Wir alle bewegen uns in Netzen. Familiäre und berufliche Netzwerke, gesellschaftliche Strukturen, Normen und Konventionen sowie Freundeskreise und routinierte Tagesabläufe. Doch Netze können versagen. Was geschieht mit Menschen, die durchs Netz fallen? Was passiert in diesem Moment des Versagens, des Verlusts? Und was kommt danach, nach dem Fallen, nach dem Chaos? ‹D urchs netz › erforscht und verhandelt diese Fragen. Körperlich. Choreografisch. Performativ.»
Und das sah dann so aus: Zuerst wurde draussen bei gefühlten Minustemperaturen gefroren. Die Gäste durften es sich noch nicht drinnen bequem machen. Denn die Performance begann in einem – wie es schien – ungeheizten Vorraum.

