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Nun gilt auch in Dübendorf «Selbstbedienung»

Die Stadt hat in der Bibliothek die Ausleihe und Rückgabe von Medien vollständig digitalisiert und die Räumlichkeiten aufgehübscht. Jetzt haben die Mitarbeiterinnen mehr Zeit für ihren eigentlichen Job.

Bibliotheksleiterin Bettina Asch (links) und Alexandra Tanner freue sich auf die Kunden., Mit dem neuen Erfassungsterminal geht alles automatisch, nur allfällige Mahngebühren muss man noch an der Theke zahlen., Das Büchercafé: Wenn Corona dann mal vorbei ist, wird es hier dann wieder gemütlicher., Blau dominiert. Der Fischgrät-Parkett entspricht vom Muster her dem Boden im grossen Saal., Blick aus dem grossen Saal in den umgebauten Teil., Der grosse Saal. Hier wurde noch nicht renoviert. Vielleicht kommt das noch., Die Kinderabteilung bekommt noch einen Teppich., Diese Ecke dient als Rückzugsort für die Jugendlichen.

Thomas Bacher

Nun gilt auch in Dübendorf «Selbstbedienung»

Der Geruch frischer Farbe begrüsst einen, wen man die umgebaute Stadtbibliothek in der altehrwürdigen Bettli-Kaserne betritt. Das viele Blau fällt sofort auf. Und auch der neue Boden: Wo früher ein strapazierfähiger Büroteppich lag, breitet sich heute ein Fischgrät-Parkett aus.

Der Austausch des Bodens war der Grund, weshalb die Verantwortlichen nur einen vagen Zeitpunkt für die Wiedereröffnung nach dem Ende Oktober gestarteten Umbau kommuniziert haben. «Bei einem Boden weiss man, nie was man darunter antrifft», sagt Bettina Asch, die Leiterin der Stadtbibliothek.

Das intelligente Regal

Der eigentliche Anlass für die Sanierung aber war die in die Jahre gekommene Bibliothekstechnik. Neu setzt man auf die Selbstverbuchung von Medien, wie das etwa in den Bibliotheken in Wallisellen oder Uster bereits der Fall ist.

Besucherinnen und Besucher können ihre Bücher, Filme und Games neu an drei Terminals eigenhändig ausleihen oder zurückbringen. Gleichzeitig ist es möglich, sein Benutzerkonto zu verwalten.

Noch einfacher geht es mit dem intelligenten Rückgaberegal, in das man seine Medien einfach reinstellen kann – das System übernimmt den Rest. Dieses sogenannte Smartshelf wird allerdings erst Anfang kommenden Jahres in Betrieb gehen, da Corona für Lieferengpässe gesorgt hat.

Fehlt der persönliche Kontakt? 

Durch die technischen Neuerungen erübrigt sich der Gang zur Theke, wo die Bibliothekarin die Medien verbucht. Entfällt dadurch nicht der zwischenmenschliche Kontakt?

«Nein, ganz im Gegenteil», sagt Bettina Asch. Denn nun hätten die Bibliothekarinnen – heute heisst der Beruf Fachmann/Fachfrau Information und Dokumentation – mehr Zeit für die Beratung, und das sei gerade im Bereich digitale Medien ein grosses Bedürfnis. Ebenso würden personelle Ressourcen frei für die Organisation von Anlässen oder den Ausbau bestehender Angebote im Bereich Leseförderung.

Für den Anfang rechnet Asch aber erst einmal mit einem erhöhten Aufwand, um den Bibliothekskunden bei der Erforschung der neuen Technologie zur Seite zu stehen. Dass gerade die älteren Semester Mühe haben könnten mit dem System, glaubt die Leiterin der Bibliothek nicht: «Die Seniorinnen und Senioren sind in solchen Dingen ziemlich fit», sagt sie. «Und sonst sind wir ja immer noch da zum Helfen.»

Deutlich mehr Ausleihen

Auch sonst wird dem Bibliotheks-Team die Arbeit nicht ausgehen. Denn um die Zeit des Umbaus zu überbrücken, durften die Kunden bis zu 60 Medien ausleihen, was zur Folge hatte, dass die Ausleihen um 75 Prozent anstiegen. Und diese Medien werden nun wieder zurückgebracht, was trotz neuer Technologie vorübergehend einen deutlichen Mehraufwand mit sich bringen wird, auch wenn die Mahngebühren bis Anfang 2022 ausgesetzt sind.

Doch nun ist Bettina Asch erst einmal froh, dass die sechswöchige Umbauzeit zu Ende ist: «Wir freuen uns auf unsere Kunden.»

Ab heute Freitag ist die Stadtbibliothek Dübendorf wieder geöffnet. Auf ein Eröffnungsfest wurde wegen Corona verzichtet, allerdings gelten an den ersten zwei Tagen längere Öffnungszeiten: heute Freitag von 14 bis 20 Uhr und am Samstag von 10 bis 14 Uhr.

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