Geplant war für Weihnachten 2020 ein Musical-Theater mit Andrew Bond, einem der erfolgreichsten Schweizer Kinderliedermacher mit über 750'000 verkauften Tonträgern. Die Pandemie machte der Hittnauer Pfarrerin Christine Reibenschuh, ihren Mitstreitern, den Kindergärtlern und Primarschülern schon vor einem Jahr einen dicken Strich durch die Rechnung.
Auch jetzt wirft das Corona-Virus den Hittnauern vor ihrer «Mitsing-Wiehnacht» Prügel zwischen die Beine. Doch die singenden Kinder lassen sich bei der Hauptprobe am letzten Mittwoch nicht mal durch einen lärmenden Traktor mit Schneepflug aus der Ruhe bringen. Am Samstag und Sonntag (jeweils ab 16 Uhr) geht der Weihnachts-Event mit den singenden Kinder in einer Remise auf dem Hof der Bauernfamlie Peter und Esther Jampen oberhalb von Oberhittnau über die Bühne. Draussen, ohne Zertifikatspflicht.
Kabel als Rote Linie
Bei der Hauptprobe am Mittwochnachmittag schneite es. Die umtriebige Pfarrerin Christine Reibenschuh, sie teilt sich das Pfarramt mit ihrem Mann Marcus Maitland, war als Erste vor Ort. Sie schleppte mit Organist Nathan Schneider, einem jungen US-Amerikaner, ein Elektro-Piano in die Remise. Ein rotes Verlängerungs-Kabel wurde quer durch den Raum gelegt. «Das Rote Kabel ist wie eine rote Linie, hier dürft ihr bei der Probe nicht drüber», sagte die Geistliche später den singenden Kindern und den drei Müttern, die beim Musizieren helfen.
50 bis 60 Kinder hätten vor einem Jahr in der Reformierten Kirche von Hittnau mit Andrew Bond auftreten sollen. Für den diesjährigen Event sind 42 angemeldet. Doch es werden immer weniger. Und wegen Corona wird jetzt draussen geprobt und gespielt.

