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30-Prozent-Anstieg ins untere Mittelfeld

Die Seegräbner Behördenmitglieder erhalten künftig deutlich mehr Geld. Auch das Budget hat die Gemeindeversammlung durchgewinkt.

Der Seegräbner Gemeinderat wird künftig 170'000 Franken Entschädigung unter sich aufteilen können.

Foto: PD

30-Prozent-Anstieg ins untere Mittelfeld

Ein Anstieg um 30 bis 54 Prozent hört sich nach enorm viel an. Auch in barer Münze sind es mit total 226’500 Franken rund 40’000 Franken mehr, die sich die Seegräbner künftig die Entschädigung ihrer Behördenmitglieder kosten lassen. Und dennoch haben die 43 Gemeindeversammlungsbesucher – gut vier Prozent aller Seegräbner Stimmberechtigten  – die neue Entschädigungsverordnung am Dienstag einstimmig verabschiedet.

Finanzvorstand Reto Steinmann (FDP) begründete die Anpassung: «Eine faire Entschädigung – ohne Lohncharakter – ist wichtig.» Es sei nicht mehr so einfach, neue Behördenmitglieder zu finden. Das Geld sei mit ein Faktor beim Entscheid für die Übernahme eines Amtes. Diese Anpassungen «müssen und können wir uns leisten», machte er klar.

35’000 Franken fürs Gemeindepräsidium

Die Aufteilung der Pauschalen liegt in der Kompetenz der jeweiligen Behörden. Mit der Anpassung, die auf die neue Amtsperiode im nächsten Jahr in Kraft tritt, wird das Gemeindepräsidium etwa 35’000 Franken einbringen, während die Ansätze für die übrigen Gemeinderatsmitglieder zwischen 20’000 und 25’000 Franken liegen dürften.

Das ebenfalls zeitintensive Schulpräsidium wird mit 30’000 Franken vergütet. Die übrigen Schulpflegemitglieder müssen sich mit 12’500 Franken begnügen. Für die fünfköpfige Rechnungsprüfungskommission gibt es schliesslich noch 6500 Franken – total.

« Traditionell tiefe » Entschädigung

Obwohl ein Vergleich mit anderen Gemeinden schwierig sei, könne doch gesagt werden, dass sich Seegräben auch nach der Erhöhung im unteren Mittelfeld bewege, meinte Steinmann. Und RPK-Präsident Thomas Meyer (SVP) doppelte nach, dass im ehemaligen Bauern- und Arbeiterdorf die Behördenentschädigungen traditionell tief seien. Nun würden die Ansätze ebenso «zurückhaltend erhöht».

Mit der neuen Verordnung vollzieht Seegräben auch einen Systemwechsel, weg von der Grundpauschale plus Sitzungsgeld hin zur Pauschale. Die Gesamterhöhung über alle Behörden hinweg fällt mit 22,3 Prozent auch deshalb etwas tiefer aus, da die Sozialbehörde sowie die Bürgerrechtskommission aufgelöst und damit auch deren Entschädigungen eingespart werden.

Nicht mehr Teil der Verordnung ist die reformierte Kirchenpflege. Die an die Gemeindeversammlung anschliessende Versammlung der Reformierten hiess eine eigene Regelung gut. In dieser wird auf eine Erhöhung der Entschädigung verzichtet. Das knappe Geld soll für die Erneuerung des Pfarrhauses verwendet werden.

WC-Anlage verzögert sich

Diskussionslos und einstimmig passierte an der Gemeindeversammlung das Budget. Gerechnet wird bei einem Gesamtaufwand von rund 8,16 Millionen Franken mit einem kleinen Minus von etwa 100’000 Franken. Der Steuerfuss wird auf den bisherigen 115 Prozent bleiben. Mit 1,38 Millionen Franken wird das Investitionsbudget höher ausfallen als üblich. Der Finanzvorstand begründete dies damit, dass sich drei im laufenden Jahr vorgesehene Vorhaben – der Neubau einer WC-Anlage bei der Badi, die Sanierung des Kiesweges Cher zum See hinunter sowie ein Verkehrsleitsystem – teilweise wegen coronabedingten Lieferengpässen verzögert hätten und nun aufs 2022 verschoben würden.  

Grosse Debatte ums kleine Geschäft

22.06.2021

Seegräbner genehmigen tiefrote Bauabrechnung

Bis zum Herbst wird es bei der Badi Seegräben eine neue Toilette geben. Beitrag in Merkliste speichern Schliesslich gab Steinmann noch eine Prognose zum laufenden Jahr ab: «Wir dürften in der Rechnung mit einer schwarzen Null oder noch besser abschliessen.» Budgetiert ist ein Aufwandüberschuss von 80’000 Franken. Zudem stellte er fürs 2023 einen ausserordentlich guten Abschluss mit einem Gewinn von fünf Millionen Franken in Aussicht. Dies hänge mit einem möglichen Landverkauf der Gemeinde im Ortsteil Sack sowie möglichen Grundstückgewinnsteuern zusammen.  

Rasch erledigt war schliesslich die Abrechnung über die periodische Wiederinstandstellung von Flur- und Wanderwegen. Gemeindepräsident und Tiefbauvorstand Marco Pezzatti (FDP) wies darauf hin, dass die Gemeinde rund zehn Prozent weniger zahlen müsse als die 140’000 Franken, mit denen eigentlich gerechnet worden sei. Das Geschäft ging ebenfalls diskussionslos und einstimmig durch. 

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