Politik

Sportstadt Uster weiht Kunstrasen ein

Bei nur vier Grad und strömendem Regen weiht Uster seine zwei neuen Kunstrasen auf der Sportanlage Buchholz ein. Stadtpräsidenten Barbara Thalmann montierte für den Anlass sogar ein Fussball-Outfit. Für einmal stand die SP-Politikerin aber rechts aussen.

Sportstadt Uster weiht Kunstrasen ein

Einen Fussballplatz mitten in der Adventszeit bei strömenden Regen einweihen? Auf den ersten Blick keine gute Idee. Auf den zweiten macht es aber durchaus Sinn.

Bei diesen garstigen Bedingungen – nur vier Grad Celsius und nie nachlassender Dauerregen – hätte jeder Platzwart der Schweiz den Kids das Fussballspielen auf dem Naturrasen kategorisch untersagt.

Doch die beiden neuen Kunstrasen Felder, die am vergangenen Samstagnachmittag, auf der Sportanlage Buchholz in Uster feierlich eingeweiht wurden, machen es möglich, dass Junioren und Politiker beider Geschlechter ein kleines Plausch Turnier spielen konnten.

Stadtpräsidentin in Aktion

SP-Stadtpräsidentin Barbara Thalmann streifte sich ein leuchtfarbiges Trikot der Alleanza Politica Uster Calcio mit der Nummer 15 über. Und die 55-jährige Politikerin spielte im Siebener-Team in der Abwehr – für einmal ungewohnt ganz rechts.

Auf den vor Spielbeginn angekündigten Fallrückzieher verzichtete sie, Rückzieher kommen bei Volksvertretern selten gut an. Kurz zuvor spielte Frau Thalmann im wärmenden Wintermantel einen verbalen Steilpass zu Gastredner Mario Fehr, ihrem ehemaligen Parteikollegen. Der 64-jährige Zürcher Regierungsrat ist im Juni aus der SP ausgetreten.

Infrastruktur wird «stark aufgewertet»

Die Stadtpräsidentin sprach auf dem neuen Kunstrasen unter einem Zelt zuerst über die Bedeutung der Sportstadt Uster. Die Architektin: «Die Basis der Sportstadt Uster ist die hervorragende Infrastruktur. Wir hatten schon ein Hallenbad, das grösste der Schweiz, und eine Kletterhalle. Mit den beiden neuen Fussballfeldern wird die Infrastruktur stark aufgewertet.»

Im Februar 2020 habe das Stimmvolk die beiden neuen Kunstrasenfelder deutlich gutgeheissen, so Thalmann weiter. Von den neuen Plätzen profitieren der FC Uster, der FC Rot Weiss Winikon und der FR Soccer Uster.

Thalmann: «Das sind 1000 Mitglieder, die grösste sportliche Community in Uster.» Die Stadtpräsidentin erinnerte nochmals daran, dass an den Olympischen Spielen in Tokio acht Athletinnen und Athleten aus Uster am Start waren. Die Judoka Fabienne Kocher, die Ruderin Jeannine Gmelin und der Schwimmer Antonio Djacovic holten dabei gar ein Olympisches Diplom.

Kunstrasen kämen «der gesamten Sportszene zugute»

Die Stadtpräsidentin weiter: «Zehn Prozent aller Kinder in Uster sind im Fussball engagiert. Zwanzig Prozent der Gelder, die wir sprechen, gehen in den Fussball. Uster investiert viel in den Fussball- und Breitensport. Das ermöglicht, dass man bei jedem Wetter, auch bei Schneefall, Fussball spielen kann. Das gibt gleichzeitig Raum frei in der Turnhalle, das kommt dem gesamten Sport zugute.»

Die Stadtpräsidentin bedankt sich auch bei Prosport Uster. Brigitte Oertli, Vize-Präsidentin von Prosport Uster und als Skifahrerin 1988 bei Olympia in Calgary zweifache Silbermedaillengewinnerin, stand im Dauerregen als Zuschauerin unter einem Zelt. Die Vize-Präsidentin von Rot Weiss Winikon unterstützte das Kunstrasenprojekt von Anfang an.

Frau Thalmann übergab Regierungsrat Fehr ein Dress von Alleanza Politica Calcio Uster mit der prestigeträchtigen Nummer Zehn hinten drauf. Fussball-Fan Fehr – sein Lieblingsklub ist der Londoner Premier-League-Verein Tottenham Hotspur – sagt: «Uster ist eine Sportstadt, ihr macht wahnsinnig viel für den Sport. Wir alle haben gerade eine kleine Marathon-Übung hinter uns. Ich bin sicher, die Pandemie wird im Frühling vorbei sein. Ich weiss nur nicht, in welchem Frühling…»

Ernster fügt der Sportminister an: «Ich kann mir nicht vorstellen, was die Jungen in dieser Zeit machen würden, wenn sie nicht Fussball spielen könnten.» Zum neuen Kunstrasen, dessen Baukredit 3.173 Millionen Franken betrug, steuerten Fehr und Co. 450’000 Franken aus dem kantonalen Steuerfonds bei. Zum Schluss gibt es von Fehr noch ein Kompliment: «Ihr Ustermer Sportvereine macht das super!» (Max Kern)

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