Politik

Der «Glattaler» wird zum Stadtmagazin

Mehr Platz für Forumsbeiträge, ausgebaute Berichterstattung und ein verbessertes Layout: Nachdem die Zürcher Oberland Medien die Ausschreibung für das amtliche Publikationsorgan der Stadt Dübendorf gewonnen haben, wird der «Glattaler» neu aufgelegt.

Der «Glattaler» wird zum Stadtmagazin

Es passiert nicht oft, dass eine Zeitung den Seitenumfang erhöht. Im Gegenteil: Weil die Gemeinden im Kanton seit 2018 ihre amtlichen Publikationen digital veröffentlichen dürfen, fliesst immer mehr Geld aus den Verlagshäusern ab, was sich direkt auf die «Dorfzeitungen» auswirkt.

Die Stadt Dübendorf geht den umgekehrten Weg und erhöht die finanziellen Beiträge für ihr amtliches Publikationsorgan, weshalb der «Glattaler» nun als Stadtmagazin mit mehr Platz für redaktionelle Inhalte und Beiträge von Parteien, Lesern und Vereinen erscheinen kann.

Anfang Woche fand im temporären Verlagsgebäude der ZO Medien in Hinwil die feierliche Unterzeichnung der Verträge statt – in Anwesenheit des Dübendorfer Stadtpräsidenten André Ingold (SVP), Stadtschreiber Martin Kunz sowie einer Delegation der ZO Medien unter anderem mit Verwaltungsratspräsidentin Karin Lenzlinger, CEO Dani Sigel und Chefredaktor Michael Kaspar.

Wieso wird der Glattaler neu aufgelegt?

Es fing mit einem offenen Brief sämtlicher im Parlament vertretenen Parteien an. Darin äusserten sie ihren Unmut über Einschränkungen bei der Publikation von Parteimeldungen, Leserbriefen und eingesandten Texten infolge einer publizistischen Neuausrichtung des «Glattalers».

Es folgte ein breit abgestütztes Postulat und schliesslich die Neuausschreibung der amtlichen Publikationen. Den Zuschlag erhielt das bisherige Verlagshaus – die Zürcher Oberland Medien AG.

Vom ausgeschriebenen Kostendach von 270‘000 Franken pro Jahr beanspruchen die ZO Medien 195‘000 Franken. Weil das rund 45‘000 Franken mehr sind als in den Jahren zuvor, ist ein Ausbau des Angebots möglich.

Was wird konkret anders?

Es gibt mehr Platz für redaktionelle Inhalte, neue journalistische Erzählformen und Serien. Die Menschen aus der Stadt rücken wieder mehr in den Fokus, ebenso werden öfters Berichte über Veranstaltungen und das Leben in der Stadt zu lesen sein.

Gleichzeitig wird die Seitenkapazität für Leserbriefe und Beiträge von Parteien, Institutionen und Vereinen erhöht, die Beschränkung auf lokale Themen entfällt.

Der Glattaler erscheint am 7. Januar 2022 mit einem überarbeiteten, modernisierten Layout, das sich vermehrt an der Aufmachung eines Magazins orientiert. Der Inhalt wird teilweise neu strukturiert. Unverändert bleiben die leserfreundlichen Grundschriften.

Ab Mitte Jahr stehen die Inhalte des «Glattalers» auch digital zur Verfügung. Eine moderierte Facebook-Seite ist im Aufbau.

Welchen Einfluss haben der Stadtrat und die Parteien auf die journalistischen Inhalte?

Keinen, die Redaktion wird weiterhin komplett unabhängig arbeiten. Während des ganzen Verfahrens wurde allerdings auch von keiner Seite versucht, an der publizistischen Freiheit zu rütteln. Im Gegenteil: In den Debatten im Parlament haben Ratsmitglieder wiederholt darauf hingewiesen, dass die Pressefreiheit nicht tangiert werden dürfe.

Und was ist mit den anderen «Glattaler»-Gemeinden?

Für die Gemeinden Fällanden, Schwerzenbach und Volketswil ändert sich nichts, die Berichterstattung wird wie gewohnt weitergeführt. Das gilt ebenso für Leserbriefe und Gemeinderatsberichte – wenn auch für Volketswil mit gewissen Einschränkungen, da die Gemeinde ein eigenes, alle zwei Wochen erscheinendes Publikationsorgan unterhält.

Verlag und Redaktion

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