Noch halten sich letzte bunte Blätter an den Ästen fest, das Gemeinschaftsgrab eines grösseren Friedhofs ist geschmückt mit den üblich grünen Vasen, die leuchtend farbig gefüllt sind. Sie trotzen mit Verve gegen die melancholische Stimmung, welche den nahenden Winter bereits ahnen lässt. Ein harmonisch beruhigendes Bild, eine friedliche Stimmung.
Der erste Advent ist vorbei, die Gänse an «Thanksgiving» begnadigt oder verzehrt, «Single Day» und «Black Friday» – die Billigtage aus China und den USA, die auch uns erobert haben – haben das Portemonnaie geschont, Schränke und Abstellkammern gefüllt. Hektisch war’s, jede und jeder wollte den günstigsten Deal. Ob dringend notwendig oder nicht, Hauptsache billig, Hauptsache Schnäppchen.
War es das? Übernehmen jetzt Ruhe und Besinnlichkeit das Zepter? Wäre schön. Doch jetzt steht das Weihnachtsgeschäft an, die Weihnachtsessen jagen sich, der Geschenkstress – wer kriegt was und warum? – wird zum beherrschenden Gedanken. Ausruhen wird verschoben.
Wäre da ein kleiner Spaziergang zu einem ruhigen Ort nicht eine wunderbare Möglichkeit, sich auf sich selber und Wesentliches zu besinnen? In diesem Sinne wünsche ich eine entspannte Adventszeit. ( Guy A. Lang)

