Militärische Rapporte wegen Corona abgesagt
Um 11 Uhr hätten am 25. November Hunderte Offiziere im Air Force Center Dübendorf stramm stehen sollen. Sie wären Divisionär Germaine Seewer, Kommandantin der Höheren Kaderausbildung, zum Rapport gemeldet worden. Hätten und wären, denn kurzfristig ist der Anlass, der bereits der Zertifikatspflicht unterstanden hätte, abgesagt worden.
Oberfeldarzt schreitet ein
Diese Woche hat der Oberfeldarzt aufgrund der rasanten Zunahme der Corona-Fälle neue Handlungsrichtlinien ausgegeben. « Die Schweiz befindet sich in der fünften Welle der Covid-19-Pandemie » , hält dieser in einem Schreiben fest, das an alle hohen Militärs gegangen ist. Der oberste Militärarzt der Schweizer Armee, Divisionär Andreas Stettbacher, betont, dass die Reserven der Intensivstationen nominal auf dem tiefsten Stand seit Messbeginn seien. Deshalb sieht er, anders als der Bundesrat, verschärfte Massnahmen vor.
Er rät allen Kommandanten, Rapporte mit physischer Präsenz nur durchzuführen, « wenn dies zur Sicherstellung der Aufträge der Armee zwingend notwendig ist. » Zudem sei der Minimalabstand von zwei Metern in allen Innenräumen auch bei bestehender Maskentragpflicht umzusetzen. Das gelte auch für Rapporte und Versammlungen mit Zertifikatspflicht. Und – für Jahresrapporte, die auch dem lockeren Austausch dienen – besonders bitter: « Auf Stehlunches und –apéros ist zu verzichten. »
Rapport-Saison dürfte flach fallen
Der Rapport in Dübendorf ist nicht der einzige, der nun sehr kurzfristig abgesagt worden ist. Auch jener der Territorialdivision 3 vom Freitag in Andermatt fällt aus. Insbesondere der geforderte Zwei-Meter-Abstand verunmögliche eine Durchführung. In den nächsten Tagen dürften weitere Annullationen folgen. Die fünfte Welle rollt jetzt genau in dem Moment an, in welchem wieder landauf, landab die Rapport-Saison begonnen hat. Bereits im Vorjahr fielen wegen der Pandemie die meisten dieser traditionellen Jahresrapporte der grossen Verbände flach.
Der Kommandant der Territorialdivision 3 hat fürs nächste Jahr bereits die Konsequenzen gezogen: Um nicht erneut in einen Corona-Herbst hineinzukommen, wird er den Jahresrapport um zwei Monate vorverlegen auf September – wenn hoffentlich noch keine weitere Welle durchs Land schwappt.
