In der Sporthalle der Primarschule Schwerzenbach läutet am Freitagabend um 19.29 Uhr Gemeindepräsident Thomas Weber die Gemeindeversammlung mit einem speziellen Ritual ein. Der Parteilose schwenkte hinter dem Rednerpult eine Kuhglocke. Ist der Gemeindepräsident neu bei den Freiheitstrychlern? Von wegen. Weber rief die 68 stimmberechtigten Bürgerinnen und Bürger gar dezidiert zum Impfen auf. Die 3-G-Regel kam nicht zur Anwendung, es herrscht während der ganzen Versammlung strikte Maskenpflicht.
Weber sprach zur Corona-Situation. Er erklärte, Schwerzenbach habe bei der letzten Impfaktion nicht mitgemacht, weil der Gemeinderat der Meinung sei, Impfen stelle eine Selbstverständlichkeit dar. Das Impfzentrum im nahen Uster habe gut funktioniert. Die Impfaktion, so Weber im O-Ton, «sei blöd gesagt ein Schuss in den Ofen gewesen.» Weiter sagte der Präsident: «Ich bin ein freiheitsliebender Mensch. Trotzdem möchte ich ihnen das Impfen ans Herz legen. Denken sie nicht nur an sich!»
Budget mit Minus
Zu den Zahlen. Es galt das Budget für das Jahr 2022 und den Steuerfuss von 36 Prozent zu genehmigen. Finanzvorstand Thomas Frey (FDP) ging zuerst auf den Zeitraum zwischen 2015 und 2019 ein. Damals führten moderate Steuerfusserhöhungen und Bevölkerungswachstum zu erfreulichen Ertragsüberschüssen. Das Eigenkapital konnte sich gut erholen und erreichte per Jahresrechnung 2019 rund 19,5 Millionen Franken. Am 30. November 2018 schlug der Gemeinderat eine Steuerreduktion um 3 Prozentpunkte vor.
Die an der Gemeindeversammlung vom 18. Juni 2021 genehmigte Jahresrechnung 2020 wies nach fünf Jahren aber erstmals wieder ein Minus von 867‘316 Franken aus. Und für das Jahr 2022 budgetiert der Finanzvorstand einen Aufwandüberschuss in der Höhe von 1,125 Millionen Franken.

