Blindbände kennen Sie sicher. Gut, sie stammen eher aus der vordigitalen Zeit. Darum zur Erklärung: Blindbände sind gebundene Bücher, die nur mit leeren Seiten gefüllt sind – Umschlag, unbedrucktes Papier.
Interessant sind sie für fantasievolle Menschen, die ihre Geschichten gerne selber schreiben oder bebildern. Allerdings können sie nicht mit einem PC oder ähnlichem bearbeitet werden, der Inhalt muss noch von Hand eingefüllt werden.
Etwas ganz Besonders sind Bücher, die nur aus Buchrücken bestehen, also ohne die leere Seiten dazwischen. Sie wurden von Menschen bevorzugt, die Belesenheit vortäuschen wollten, zu früheren Zeiten als es noch schick war, eine eigene Bibliothek zu besitzen.
Noch einen Schritt weiter geht das abgebildete Gebilde, entdeckt vor dem Kreuzgang des Klosters Santo Domingo im spanischen Pollença. Diese Bücher sind aus Bronze, sind also wetterfest und allgemein zugänglich. Angeschrieben sind sie mit Namen, wie etwa Da Vinci, Bill, Picasso, Luginbühl oder Miro.
Offensichtlich handelt es sich um Kunstbände. Wie die Arbeiten der einzelnen Künstler aussehen, kann gegoogelt werden. Somit ist diese Skulptur die ideale Symbiose zwischen analog und digital. (Guy A. Lang)

