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Illnau-Effretikon erhält einen Foxtrail

Illnau-Effretikon wird bald einen neuen Foxtrail erhalten. Mit dieser zeitgenössischen Form der Schnitzeljagd will die Stadt auch gegen ihr Image als Schlafstadt ankämpfen.

Zeiterscheinung Foxtrail: Winterthur hat bereits einen, Illnau-Effretikon wird bald einen bekommen.

Christof Sonderegger

Illnau-Effretikon erhält einen Foxtrail

Es ist wahrlich alles andere als alltäglich, dass im Parlament alle einer Meinung sind. Dem ist sich auch Thomas Hildebrand bewusst. Der FDP-Gemeinderat hatte im März 2020 mittels eines Postulats die Idee eines Foxtrails in Effretikon aufs Ratsparkett gebracht. Und hatte sowohl damals bei der Überweisung als auch jüngst bei der Abschreibung keine einzige Gegenstimme erhalten. « Ich bin erfreut, aber nicht überrascht » , sagt Hildebrand. Denn: « Ein Foxtrail spricht einfach alle an. »

Tatsächlich hat Hildebrand mit seinem Vorstoss voll ins Schwarze getroffen. Der Stadtrat hat seinen Vorschlag in das Massnahmenpaket für das « Freizeitangebote vor der Haustüre »  integriert. Dieses wird mit der von der ZKB an die Stadt ausgeschüttete Jubiläumsdividende von 550‘000 Franken finanziert und ist vom Grossen Gemeinderat an der letzten Sitzung vorbehaltslos abgesegnet worden.

Bereits der zweite Trail

Stattliche 160‘000 Franken davon sind für den Foxtrail vorgesehen, bei dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einer Art modernen Schnitzeljagd verschiedene Posten ablaufen und Rätsel lösen. Das Format ist in der Stadt überdies wohl bekannt, hat doch der lokale CEVI bereits im Herbst 2020 anlässlich ihres 45-Jahre-Jubiläums den sogenannten « Effi-Trail »  realisiert.

« Der Trail wird Illnau-Effretikon bekannter machen. »

Stadtrat Erik Schmausser (GLP)

« Die Idee war von Anfang mit im Rennen » , erklärt der Tiefbauvorsteher Erik Schmausser (GLP). Nicht nur entspreche sie dem von der ZKB vorgegebenen Verwendungszweck, « etwas Besonderes »  für die Bevölkerung zu schaffen, sie sei auch marketingtechnisch interessant. Die ausführende Firma, die Swisscovery GmbH, hat in der Schweiz bereits mehr als 50 Trails realisiert und damit ein Produkt und eine Marke geschaffen, die weitherum bekannt ist. « Davon können wir profitieren » , so Schmausser. « Der Trail wird Illnau-Effretikon bekannter machen. »

Speziell interessant ist für die Macher vor allem das Schloss Kyburg, da sich das Konzept bestens für Burgen eignet und sich die sogenannten Schloss-Trails grosser Beliebtheit erfreuen. So ist aktuell angedacht, dass der Trail beim Bahnhof Effretikon startet und nach einigen Posten in der Stadt mittels öffentlichen Verkehrs ins Schloss Kyburg führt, wo der Grossteil der Posten zu liegen kommt. Das wiederum würde der Stadt in die Hände spielen, die dadurch mit erhöhten Besucherzahlen in der Kyburg rechnen könnte.

« Der Trail wird rund 120 bis 150 Minuten dauern und 12 bis 16 Posten beinhalten » , lässt Schmausser durchblicken. Man rechne mit 2500 bis 3000 Teilnehmenden jährlich und einer Entwicklungs- und Realisierungszeit von 9 bis 12 Monaten.

Verbindliche Details könne er derzeit aber keine geben, da man sich mit der konkreten Ausgestaltung nun auseinandersetzen muss. Faktisch gibt es dabei auch noch das eine oder andere Problem zu lösen, wie etwa die Verbindung mit dem öffentlichen Verkehr oder den Umstand, dass die Kyburg im Winter geschlossen ist.

Ein  «Leuchtturm-Projekt»

Von einem eigentlichen « Leuchtturm-Projekt »  spricht derweilen Postulant Thomas Hildebrand. Viele Leute ausser-, aber auch innerhalb Illnau-Effretikons würden nur das Zentrum kennen und die Ortschaft deshalb als typische Agglomerationsgemeinde und Schlafstadt abtun. « Mit dem Foxtrail können wir zeigen, was Illnau-Effretikon sonst noch zu bieten hat. »

Dass seine eigenen Anregung zur Streckenführung – eine Wanderung von der Moosburg in die Kyburg oder eine Verbindung zwischen Illnau und Effretikon – nicht berücksichtigt wurden, findet er zwar insofern « bedauernswert » , als dass er sich einen Trail gewünscht hätte, der möglichst viel verschiedene Ortsteile miteinbezogen hätte. Sofern der Stadtrat aber die Probleme bezüglich öffentlichem Verkehr und Öffnungszeiten der Kyburg lösen kann, begrüsse er den vorliegenden Vorschlag aber allemal. Zumal für den Stadtrat in einer weiteren Phase in zwei bis drei Jahren auch noch ein sogenannter Spothunter-Trail in Illnau-Bisikon und eine Übernahme des « Effi-Trails »  zur Disposition steht.

Eine Stadt, vier Wege, 50 Sehenswürdigkeiten
Neben dem Foxtrail hat sich der Stadtrat mit dem Ausbau der « Freizeitangebote vor der Haustüre »  noch andere Projekte vorgenommen. So soll in den vier Ortsteilen Effretikon, Illnau, Kyburg und Ottikon-First je ein Rundwanderweg unter einem eigenen Thema realisiert werden, der die Wanderinnen und Wanderer an total 50 Sehenswürdigkeiten vorbeiführen wird. Diese werden mit einem gravierten Calancastein und einem QR-Code markiert sein, über den mittels Smartphone spezifische Informationen abgerufen werden können. Eine Web-Plattform, auf der alle Freizeitangebote in den neuen Internet-Auftritt der Stadt integriert werden, sowie die bessere Bekanntmachung und Bezeichnung von hindernisfreien Wegen und Ausflugzielen runden das Massnahmenpaket ab. (mmu)

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