Kein Gebäude polarisiert in Fällanden wohl so wie das alte Schulhaus beim Sternenkreisel. Der markante Bau ragt teilweise in die Dübendorfstrasse und engt diese ein, sodass zwei Personenwagen gerade noch aneinander vorbeikommen. Seit Jahren spaltet die Diskussion um den Zweck des Hauses die Fällander in zwei Lager: Während die einen das Gebäude als Rettung gegen den Mehrverkehr durch das Zentrum sehen, finden andere, dass man die Verkehrssicherheit mit einem Abriss des Hauses verbessern könnte. Sicher ist lediglich: Das alte Schulhaus, das sich im Besitz der Reformierten Kirche befindet, ist bei der künftigen Fällander Verkehrsplanung das Zünglein an der Waage.
Das sieht auch der Fällander Gemeinderat so. Deshalb beabsichtigt er den Kauf der Liegenschaft, nachdem die Reformierte Kirchenpflege der Politischen Gemeinde ein entsprechendes Angebot unterbreitet hatte, wie die Behörde jüngst mitteilte. Der Gemeinderat stehe einem Erwerb des Hauses grundsätzlich positiv gegenüber, schreibt er weiter. «Für uns ist ein Kauf des Gebäudes aus zwei Aspekten interessant», sagt Gemeindepräsident Tobias Diener (FDP) auf Anfrage. Zum einen könnte man, bis eine endgültige Lösung bereit stünde, die Liegenschaft für längere Zeit als Fläche für Vereine nutzen. «Hierfür besteht von verschiedenen Seiten her Bedarf, beispielsweise für die Jugendarbeit. Die Liegenschaft wäre mit ihrer zentralen Lage bestens dafür geeignet», meint Diener.
Direkt mit Kanton über Verkehr verhandeln
Zum anderen würde es aus verkehrspolitischer Sicht Sinn machen, wenn das Gebäude in Besitz der Politischen Gemeinde käme. «Dadurch würde etwas ‹Komplexität› aus der Fragestellung bei der künftigen Verkehrsplanung rausgenommen.
Es wäre ein Player weniger involviert», so Diener. Die Gemeinde könnte dadurch direkt mit dem Kanton verhandeln, da es sich beim Sternenkreisel sowie allen zuführenden Strassen um Kantonsstrassen handelt. Die Kirchenpflege müsste künftig nicht mehr mit am Tisch sitzen.

