Was stören die mich schon wieder? Sie glauben, ich habe das Klicken beim Fotografieren nicht gehört. Als ob ich taub wäre. Sie sollen mich doch in Ruhe lassen. Das Beste ist, ich tue nicht dergleichen, stelle mich tief schlafend. Wahrscheinlich ist ihnen wieder langweilig und sie wollen spielen. Dann schmeissen sie mir einen Wollknäuel oder so hin, und denken, ich denke, es sei eine Maus. »
Also wirklich! So blöd bin ich doch nicht. Und ich hab schlicht nicht die geringste Lust rumzutollen. Dazu ist es um Korb viel zu gemütlich und warm, kein Vergleich zu draussen. Überhaupt, was soll ich dort? Dort wabern Nebelschwaden, widriges Nieseln und ekelhafte Nässe sind wohl nicht der Inbegriff von Kuscheln.
Also schnurre ich noch ein bisschen. Das gefällt ihnen: « Schau doch, wie das süsse Kätzchen sich wohlfühlt, das hat’s gut. Kann einfach liegen und geniessen. » Wie ich diese Verniedlichungen hasse. Schliesslich bin ich eine ausgewachsene Felis Catus. Wenn die wüssten! Auch ich habe meine Sorgen. Wie komme ich zu meiner nächsten, natürlich richtigen Maus? Ohne dass es zu anstrengend ist? Oder zu nass?
Bald gibt es Futter. Dann muss ich den komischen Schlabber essen, den sie wegen der Werbung gekauft haben. Na ja, mache ich ihnen halt den Gefallen, der Hunger treibt es schon rein. Bis dahin ist es das Beste, ich träum noch ein bisschen.» (Guy A. Lang)

