Es ist kurz vor 13 Uhr. Am Bahnhof Rapperswil-Jona sind an diesem Samstag erste Demonstrierende auszumachen. Mit Fahnenstangen, Plakaten, Trillerpfeifen – und ausserordentlich gut gelaunt – stehen sie da.
Es scheint, als wäre es eine grosse Familie, obschon die Teilnehmenden unterschiedlicher wohl nicht sein könnten. Männer in Sennenhemden und einer Krummen im Mund stehen bei Frauen mit Rastas und einem Joint in der Hand. Und junge Familien mit kleinen Kindern laufen neben Althippies in Richtung Sportanlage Grünfeld.
Auf einer Bank bei den Bushaltestellen am Bahnhof hat eine Gruppierung selbst gebastelte Plakate ausgelegt. Menschen diskutieren und helfen sich dabei, die Plakate um ihre Hälse oder an Rucksäcken zu befestigen. Viele halten Dosenbier in der Hand und tragen eine Sonnenbrille an diesem wunderschönen Spätherbsttag. Aus der Ferne ist eine Polizeisirene zu hören.
Ordnungshüter halten sich zurück
Bei einem Parkplatz bei der Bushaltestelle Weiden stehen ein paar Polizistinnen und Polizisten neben den Einsatzwagen. Rapport? «Nein», sagen sie leicht verdutzt. Ob jemand von ihnen ein freies Wochenende opfern musste wegen der Demo? Sie wollen es nicht verraten, verweisen an die Kommunikationsstelle der St. Galler Kantonspolizei.

