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Standortplanung soll aus der Misere helfen

In drei grossen Schritten sollen in der Gemeinde Egg die Schulhäuser modernisiert werden. Und die Esslinger haben einige Fragen.

Das Schulraumplanungsteam (von links): Rebekka Huber, Schulpräsidentin Beatrice Gallin, Gemeinderat Christoph Domeisen.

Christian Brändli

Standortplanung soll aus der Misere helfen

Es hätte der ganz grosse Wurf sein sollen. Doch die Egger Bevölkerung lehnte Ende 2018 schon den ersten Teil davon ab. Die Erweiterung des Schulhauses Bützi samt Dreifachturnhalle scheiterte an der Urne klar.

Drei Standorte

Am Donnerstag nun präsentierte ein Projektteam, was es in der Zwischenzeit zusammen mit einer 15-köpfigen Begleitgruppe aus der Bevölkerung und einem Planungsbüro erarbeitet hatte. « Bewährtes bleibt – Fehlendes wird ergänzt » fasste Schulpräsidentin Beatrice Gallin (parteilos) das Leitmotiv der neuen Schulraum-Strategie zusammen. 

Neue Fachbegleitung soll das Egger Schulraum-Debakel lösen

13.01.2021

Nach gescheiterter Bützi-Vorlage

Nachdem die Egger Bevölkerung das erste Projekt zur Schulraumerweiterung versenkte, setzt der Gem Beitrag in Merkliste speichern Und sie erläuterte den rund 70 Besucherinnen und Besuchern der Informationsveranstaltung im Hirschensaal, was das heisst: Die Standorte Egg, Hinteregg und Esslingen der Primarschule bleiben erhalten. Weitergeführt werden auch die Lernlandschaften an der Oberstufe und das altersdurchmischte Lernen an der Primarschule in Hinteregg und Esslingen, während in den beiden Egger Arealen Bützi und Zentrum Jahrgangsklassen vorgesehen sind.

Kindergärten werden integriert

Neu hingegen sollen die Tagesstrukturen verlagert, ausgebaut und in die Primarschulstandorte eingebunden werden Gleiches gilt für die Kindergärten. Auch diese sollen möglichst Platz auf den Anlagen finden. Aufgelöst würden die drei heutigen Kindergärten Sonnenhof, Rietwis und Hotzenwiese.

Das Ziel ist die Bildung von drei dezentralen Schuleinheiten. Damit soll nicht nur die Zusammenarbeit zwischen den Kindergärten und der Primarschule verstärkt werden. Mit der Zusammenführung würde allen auch ein besserer Zugang zu den ergänzenden Angeboten wie Betreuung, Sport und Musik gewährt.

Drei Fünfjahresetappen

Was das alles für die Schulraumplanung bedeutet, erläuterte Christoph Domeisen (parteilos), im Gemeinderat zuständig für Immobilien und Betrieb. Neu sei, dass nun pro Standort eine klare Strategie ausgeschaffen worden sei.

Um eine tragbare Finanzierung aller baulichen Massnahmen zu gewährleisten, würden zudem drei Etappen vorgesehen – plus einige Sofortmassnahmen. Zu letzteren zählen etwa der Ersatz von alten Türen oder die wegen Platzmangel vorgenommene Auslagerung einer Klasse von Esslingen ins Bützi-Schuhaus.

Diese Aus- und Umbauschritte sollen jeweils in Fünfjahresperioden vorgenommen werden. Mit dieser Etappierung würden voraussichtlich keine weiteren Provisorien benötigt und die Strategie bleibe je nach Entwicklung anpassbar.

Investitionen von fast 60 Millionen

« Gesamthaft haben wir einen hohen Sanierungsbedarf. Und die aktuellen räumlichen Anforderungen werden mit unseren jetzigen Bauten nicht erfüllt » , stellte Domeisen klar. Nachdem die Bützi-Vorlage abgelehnt worden sei, habe man wegen der unklaren Lage auch wenig Investitionen mehr getätigt.

Auf die Gemeinde wird mit dieser Strategie in den kommenden 15 Jahren finanziell ein gewaltiger Brocken zukommen. Alleine für bauliche Massnahmen bei den Schulliegenschaften werden 42,5 Millionen Franken gerechnet.

Zusammen mit den Wettbewerbskosten und den ordentlichen Auslagen für die Bewirtschaftung belaufen sich die Gesamtinvestitionen auf 59,5 Millionen Franken. Voraussichtlich dürften die Egger fünfmal zur Urne gerufen werden, um jeweils über Baukredite für Einzelprojekte abzustimmen.

Zehn Prozent mehr Schüler

Die Schulraumplanerin und Architektin Rebekka Huber von der Planungsfirma Metron machte deutlich, was bis 2035 punkto Schülerzahlen zu erwarten ist. Bis dahin wird mit gesamthaft 1000 Schülerinnen und Schülern gerechnet, also rund zehn Prozent mehr als heute. Vor allem in Esslingen, aber auch an der Primarschule Egg und an der Oberstufe wird mit mehr Klassen gerechnet.

Heruntergebrochen auf die einzelnen Schulstandorte bedeutet die Strategie laut Huber, dass die  Primarschule in Esslingen auf einem Areal im Vogelsang konzentriert und dort ausgebaut werden soll. Dazu zählen etwa Platz für zwei zusätzliche Klassen und Tagesstrukturen.

Für die beiden Turnhallen Bachtel und Bützi soll im Bützi ein Ersatzneubau entstehen. Zudem gilt es dort auch die Tagesstrukturen anzugliedern. Ins Zentrum werden zwei Kindergärten integriert. Langfristig schliesslich sollen die bestehenden Bauten im Zentrum und im Bützi erneuert werden.

In Esslingen pressierts

Höchste Priorität hat der Bau von neuem Raum für zwei Primarklassen in Esslingen. « Diese sollen schon in zwei Jahren einziehen können. Noch offen ist zur Zeit, ob das Schulhaus aufgestockt oder ein Provisorium erstellt werden soll » , erklärte Domeisen.

In der ersten Fünfjahresetappe soll das Areal Bützi auf Vordermann gebracht werden. Darauf steht der Kindergarten-Ausbau im Zentrum sowie im Esslinger Vogelsang an. Und in der letzten Etappe sollen schliesslich das Provisorium im Bützi abgelöst und das Zentrum erneuert werden.

Wie die Schulpräsidentin ausführte, werde nun die Strategie zusammen mit der Begleitgruppe verfeinert. Im Frühsommer 2022 soll ein weiterer Informationsanlass stattfinden und ebenfalls im kommenden Jahr ein erster Planungskredit an die Urne kommen.

Die Sicherheit und das Hallenbad

In der Fragerunde  meldeten sich vor allem Esslinger, die sich wunderten, warum dort nicht schon früher Massnahmen ergriffen wurden, um zusätzlichen Platz zu schaffen. Kritisiert wurde auch, dass dort Abstriche bei der Sicherheit gemacht würden. Dem hielt Domeisen aber entgegen.

Auf die Frage, warum die Liegenschaft Hotzenwiese nicht für die Tagestrukturen genutzt werde, meinte die Schulraumplanerin, dass dieses stark sanierungsbedürftig sei und es auf dem danebenliegenden Areal Vogelsang genug Platz gebe für Neubauten.

« Wir wollen unser Schwimmbad im Zentrum behalten » , beteuerte Domeisen auf eine entsprechende Frage. Es soll so weiterbetrieben werden wie bisher. « In unserer Baukreditplanung haben wir nichts für das Hallenbad vorgesehen. »  

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