Fuchs, velofahrende Kuh, Chaschperli oder doch lieber die kopflose Puppe? Ein Flohmi bietet alles, was das Herz begehrt. Auch alles, was überflüssig, aber erfreulich ist.
Auch nützliche und haushaltsfähige Gegenstände – etwa rotes Geschirr mit weissen Tupfen oder blaue Wasserkaraffen. Ja, so ein Gebrauchtwarenmarkt ist ein Paradies für Nostalgikerinnen und Schnäppchenjäger, Begüterte und Finanzschwache, Sammler und Neugierige.
«Flohmarkt», die Bezeichnung lässt darauf schliessen, dass sich früher in den angebotenen Textilien die kleinen bissigen Biester heimisch gefühlt haben mitverkauft wurden. Nebst kommerziellen Bedürfnissen erfüllt bunte Treiben auch höchst soziale Funktionen.
Man trifft sich, plaudert, tauscht Gedanken und Gegenstände und «hätt de Plausch». Freude herrscht, wenn nach zähem Feilschen ein günstiger Preis herausgeholt ist. Gerade in unserer Wegwerfgesellschaft kommt dazu, dass Nichtgebrauchtes – statt vernichtet – an Interessentinnen und Liebhaber, weitergereicht wird. Nachhaltigkeit par excellence, ein minimaler Beitrag zum Ressourcensparen.
Kaum Chancen auf Verkauf hat der freche Fuchs. Dafür ist er jedes Mal am Stand und wird beachtet. Quasi Prominentenstatus post mortem. (Guy A. Lang)

